Deutschland kann mehr, als es sich zutraut
Shownotes
Wie können Mittelstand und Start-ups gemeinsam die Zukunft gestalten? Für Christian Miele, General Partner beim Risikokapitalgeber Headline, wird diese Zusammenarbeit angesichts von demografischem Wandel, Automatisierung und steigendem Energiebedarf immer wichtiger. Innovative Start-ups können dabei Lösungen liefern – gleichzeitig bringt der deutsche Mittelstand eine industrielle Substanz mit, auf der sich aufbauen lässt.
Im Gespräch mit Thorsten Giersch erklärt Miele, warum er trotz der aktuellen Standortprobleme optimistisch auf Deutschland blickt. Maschinenbauer, Zulieferer und Industrieunternehmen verfügten über Fähigkeiten und Strukturen, die sich auch für neue Geschäftsmodelle nutzen ließen. Die entscheidende Frage sei deshalb nicht nur, was ein Unternehmen heute produziert, sondern wie es seine vorhandenen Kompetenzen für neue Märkte einsetzen kann.
Für Familienunternehmen gibt es aus Mieles Sicht dabei nicht den einen Königsweg zur Zusammenarbeit mit Start-ups. Unternehmen können sich über Venture-Capital-Fonds engagieren, direkt investieren, Start-ups kaufen, Acceleratoren aufbauen oder andere Modelle ausprobieren. Entscheidend sei, möglichst schnell herauszufinden, was zur eigenen Organisation passt – und auch den Mut zu haben, einen Ansatz wieder zu beenden, wenn er nicht funktioniert.
Miele spricht außerdem über die Chancen der nächsten Generation in Familienunternehmen, die Bedeutung eines gesunden Risikos und die Frage, warum Deutschland beim Gründen noch stärker werden muss. Besonders spannend findet er derzeit das Zusammenspiel von Robotik, Künstlicher Intelligenz und Energie. Diese drei Felder könnten entscheidend dafür sein, wie Deutschland mit dem demografischen Wandel und der industriellen Transformation umgeht.
Und Miele formuliert eine klare Erwartung an die Politik: Deutschland müsse vom Reden ins Machen kommen und bessere Bedingungen für Unternehmer und Innovation schaffen.
Transkript anzeigen
00:00:04: Markt und Mittelstand, der Podcast.
00:00:07: Deutschlands Stimme für Familienunternehmen.
00:00:10: Aktuelles und Zukunftsthemen rund um den Motor der deutschen Wirtschaft mit Thorsten Giersch.
00:00:23: Wir sind auf der Hinterland of Things hier in Bielefeld mit Markter Mittelstand auch in diesem Jahr Medienpartner Und bei mir ist Christian Miele, General Partner bei Headline.
00:00:33: Das ist eine riesige Kapitalgesellschaft sag ich für die dies nicht wissen die weltweit Technologiestartups investiert, so da ist ganz viel dabei.
00:00:41: Darüber reden wir jetzt Christian.
00:00:42: Ich grüße dich Hallo!
00:00:43: Hallo
00:00:44: Thorsten ich freue mich heute hier bei dir sein
00:00:45: zu dürfen.
00:00:49: Sag vielleicht mal ein paar Beispiele wo ihr investiert seid was vor allem für unsere mittelständischen Hörerinnen und Hörerspannen sein könnte?
00:00:54: Ja
00:00:55: also grundsätzlich investieren wir bei Headline in alles das ein technologiebezug hat.
00:00:59: Für den Mittelstand insbesondere sind die Themen Robotik künstliche Intelligenz und Energie sicherlich sehr relevant und es sind auch Felder um die ich mich bei Headline kümmere, vor allem in der Dachregion.
00:01:10: Wir haben ja ein paar Herausforderungen für den deutschen Mittelstand vor uns und Ich glaube das innovative Start-ups hat zumindest einen kleinen Teil einer Lösung darstellen.
00:01:18: Das ist das Thema auch hier auf der Hinterland natürlich, worüber wir ganz viel sprechen.
00:01:23: Wie?
00:01:23: Ist ja die logische Anschlussfrage.
00:01:25: also wo siehst du genau die Möglichkeiten?
00:01:28: ganz allgemein erst mal gefragt der Zusammenarbeit zwischen Start-ups und Familienunternehmen?
00:01:33: Ja, lass uns mal gerne systemisch darauf schauen.
00:01:35: Wir werden ja in den nächsten fünfzehn Jahren zwei physikalische Kräfte auf uns wirken sehen – einmal den demografischen Bandel, der ab zwei Tausend Dreißig, zweitausend Zweiunddreißig die Bestrebungen zur Automatisierung verschärfen werden, weil einfach sieben Millionen Menschen insgesamt den Arbeitsmarkt verlassen werden.
00:01:53: Wir brauchen also dringend irgendwie einen Mechanismus der uns erlaubt diese Produktivität aufzufangen.
00:02:00: Erster Punkt, zweiter Punkt auch eine physikalische Kraft.
00:02:03: Diese Transformation wird enorme Energiemengen verschlingen.
00:02:06: unser jetziges Energiesystem wird es kaum abfedern können.
00:02:10: wir werden also zu bauen müssen und in Zukunft mehr Energie verbrauchen als heute.
00:02:15: Diese beiden Naturgesetze, die werden auch die Familien unternehmen.
00:02:19: Die werden auch den Mittelstand... Die werden die Start-ups, die großen Industrie wahrscheinlich eher dazu zwingen diese Kooperation zu durchdenken und sich die Frage zu stellen wie können wir denn bestmöglich jetzt damit umgehen?
00:02:30: Insofern ist eine Frage nach dem Wie sehr leicht beantwortet Es wird ganz viele unterschiedliche Wege geben mit diesen Start ups und diesen Lösungsansätzen Hand in Hand zu gehen Und das muss dann gemacht werden.
00:02:44: Das muss dann einfach gemacht werden.
00:02:46: Okay, weil natürlich du hast schon zwei große Kräfte genannt aber du äußerst sicher auch immer sehr profund zum Standort Deutschland und was dir gut und schlecht läuft.
00:02:54: bisschen habe ich ja auch das Gefühl es muss gemacht werden.
00:02:58: wir müssen doch erst mit dem Rücken zur Wand stehen oder?
00:03:00: Ja das ist witzigerweise genau das Bild.
00:03:02: was sich oft benutze hab' ich nicht selber erfunden!
00:03:05: Es war ein Freund von mir der mir das mal so gesagt hat CEO von einem großen DAX-Unternehmen und er sagte Du musst so nah mit den Brücken an der Wand stehen dass da nichts mehr zwischenpasst.
00:03:13: Und dann werden wir aber auch anfangen, uns zu wehren mit dem was wir gut können.
00:03:16: Pflichtbewusstsein, harte Arbeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit.
00:03:20: Ich glaube ja sogar das in uns irgendwo auch im Mittelstand so ein gewisser Stolz schlummert dass wir ja irgendwie umspielen möchten.
00:03:27: als verhältnismäßig kleines Land mit wenigen Rohstoffen müssen wir ja unser human Kapital mobilisieren und haben wir ja auch immer so gemacht.
00:03:36: also insofern glaub ich das Bild was du gerade benutzt hast mit dem Rücken zur Wand stehen das stimmt Und da bin ich dann aber auch mittel- bis langfristig optimistisch, dass wir uns dann noch wehren werden wenn das soweit
00:03:46: kommt.
00:03:47: Gerade bei industrial AI oder vielleicht kann man ja auch so eine Stufe die wir mal verpennt haben überspringen?
00:03:52: Also ich sage immer als Investor ist auch meine Fähigkeit die Zukunft vorher zu sagen leider Gottes sehr begrenzt, aber unsere Fähigkeiten besteht darin hier und jetzt Lösungen anzuschauen und dann versuchen diese kleinen Puzzleteile und Fragmente zusammenzubringen.
00:04:09: weiterhin viele Chancen für Deutschland auch in der Zukunft.
00:04:14: Wir haben eine sehr starke Substanz durch den Mittelstand, durch die Großindustrie und unsere Zuliefererbasis.
00:04:20: Ich habe nicht das Gefühl, dass wir das nicht irgendwie transformieren können – es gibt ja mal diese wunderschönen Beispiele.
00:04:27: ich meine Nokia hat auch mal mit Traktoren und Gummistiefeln angefangen und er hat erst später Mobiltelefone produziert.
00:04:34: Warum sollte denn dann also heute Ein Maschinenbauer der Spätzle Connection in der Lage sein, die Maschienen für was anderes zu benutzen und zum Beispiel heute Drohnen zu bauen.
00:04:44: Why?
00:04:45: Also ich verstehe an dieser Stelle nicht warum wir uns nicht mit dem was wir haben dann auch transformieren können.
00:04:50: es gibt da keinen logischen intellektuellen Grundfühlen sofern bleibe ich da optimistisch.
00:04:55: Kurzwerbung in einer Minute geht es weiter.
00:04:57: Als Führungskraft wissen sie Liquidität ist der Treibstoff für Wachstum Aber wenn zwischen erbrachter Leistung und bezahlter Rechnung Wochen liegen, bindet sich genau dieser Treibstoff in offenen Rechnungen.
00:05:10: Kapital das eigentliche neue Leute, neue Märkte oder das nächste Produkt fließen müsste.
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00:05:20: Griff.
00:05:21: Sage Intact beschleunigt den Weg von der Leistung bis zum Geldangang.
00:05:26: In Kundenprojekten sinkt die Zeit, bis eine Rechnung bezahlt ist von rund onehundertzwanzig auf untersebzig Tage.
00:05:33: Und weil Ihnen Liquidität und Ihre wichtigsten Kennzahlen in Echtzeit vorliegen, entscheiden Sie auf Basis
00:05:39: von
00:05:39: heute nicht vom letzten Monat!
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00:06:09: Ich würde mit dir mal gerne sprechen, ob du ein Muster siehst das in der Logik so sein müsste.
00:06:13: In meinen Augen gerade wenn ich hier auf der Veranstaltung bin aber nicht zwingend fällt es den Familienunternehmen wo gerade die Nachfolge stattgefunden hat leichter mit Start-ups mit sagen wir mal Talenten aus dem Tech Bereich mit allgemein Innovation im Tech Bereich an heim zu gehen als den etwas älteren CEO?
00:06:32: Da würde ich sagen it depends.
00:06:34: also ich kenne viele Patriarchen Männer und Frauen, die echte Unternehmer sind.
00:06:44: Und sie verstehen wie notwendig diese Transformation ist.
00:06:48: Dieses echte unternehmerische Gehen bringt auch vielleicht die ältere Generation dazu wichtige Entscheidungen jetzt zu treffen.
00:06:56: Pauschal kann ich also nicht sagen dass das mit der Nachfolge einhergeht.
00:07:00: Wo ich dir aber recht gebe und was es gibt... Die jungen Menschen, die heute in die Familienunternehmen und in die Verantwortung nachrücken.
00:07:07: Die sind ja ganz anders kultiviert worden, ganz anders sozialisiert worden.
00:07:10: Sie sind mit Technologie aufgewachsen.
00:07:11: Die haben selber einen wahrscheinlich sehr organischen Zugang zu den Themen gehabt.
00:07:16: Und ich unterstelle das jetzt mal... Ich will damit niemanden zur Natrin, wer doch keinen Namen nennen, aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass vielleicht das eine oder andere Kind, das jetzt in einer Nachfolgesituation ist bei den Eltern- oder Großeltern schon auch gemerkt hat, das Innovator-Stilemma auch zu genau, wenn es eine Blockadehaltung führt.
00:07:32: Und wenn jetzt die Verantwortung kommt und die Governance ist erlaubt dann kann ich mich schon sehr gut vorstellen dass diese Wenn sie denn dann talentiert sind jungen Unternehmerinnen und Unternehmer die Nachrücken dann noch die notwendigen Entscheidungen treffen.
00:07:44: Also pauschal lässt sich das nicht beantworten?
00:07:46: Ich habe beides gesehen.
00:07:47: Glaube auch um ehrlich zu sein Wir erleben auf solchen Veranstaltungen wie auf der Hinterland Of Things natürlich ganz viele Super Cases Die berichten wie die Zusammenarbeit und ihre Innovationskraft eben funktioniert und dass sie es nicht bereut haben ins Risiko zu gehen.
00:08:02: Ja,
00:08:02: die die Insolvenz gerutschen ist auch nicht hier.
00:08:05: Was ist der Punkt?
00:08:06: Wobei ehrlicherweise kennst du Fälle wo die in den Insolvents gerutscht sind weil sie was riskiert haben weil sie innoviert haben oder eher das Gegenteil?
00:08:14: Auch das kann ich so pauschal nicht beantworten.
00:08:16: Also jetzt spontan habe ich auch kein Beispiel da, wo irgendjemand sich so signifikant verzockt hat dass danach alles ein Schutt und Asche gelegen hat.
00:08:23: Ich glaube ein gesundes Maß an Risiko ist notwendig Und es auch wichtig Jetzt alles auf Rot zu setzen.
00:08:29: Das ist auch nicht die Strategie Aber das hab' ich so noch nicht gesehen.
00:08:31: Wollte ich grad sagen Was sind denn Momente Wo du sagst Ein gutes Prinzip Um mit Start-ups zusammenzuarbeiten?
00:08:40: Für einen Familienunternehmen Ist dieses und folgendes
00:08:44: Also es gibt nicht dieses eine strategische Instrument.
00:08:47: In meinen Augen ist das ein Bokeh an Möglichkeiten, dass man verschenken kann.
00:08:53: Du kannst einen Accelerator bauen, du kannst Interpreneurship-Days machen, du kannst einen VC-Fonds finanzieren und selber auflegen.
00:09:02: Du kannst dich direkt ans Startups beteiligen über deinen Balance Sheet.
00:09:04: also da gibt es ganz... Start-ups kaufen, du kannst also ganz viele unterschiedliche Wege gehen und es gibt Wege die passen zu einem Unternehmen X besser als zum Unternehmen Y und umgekehrt.
00:09:18: Und worauf ich immer die Familienunternehmer und auch die große Industriehinweise ist ihr müsst möglichst schnell herausfinden was für euch funktioniert?
00:09:26: Für den einen ist die Beteiligung an dem Venture Capital Fund extrem passend, für den anderen überhaupt nicht.
00:09:32: der nächste der ist sehr gut in M&A, der nächste gar nicht.
00:09:36: dieses, das auszuprobieren.
00:09:38: Seine Rolle seine Fähigkeiten da zu finden und das dann aber auch so zu exerzieren.
00:09:44: Das halte ich für notwendig und da habe ich viel sehen dürfen und die ist am besten gemacht haben wann, die dies auch ausprobiert haben und dann bereit gewesen sind dann irgendwann zu sagen ja ne also also the corporate venture capital hat von uns nicht funktioniert.
00:09:58: das machen wir jetzt nicht mehr wir machen das jetzt anders.
00:10:01: Ich hab Journalist will natürlich immer die Zaubermuster hören.
00:10:04: Aber die gibt's nicht, also ich verstehe den Wunsch, den kann ich nachempfinden und es ist auch nicht so dass ich nicht gerne da diese greifbare Antwort hätte.
00:10:12: aber ich habe einfach anekdotisch zumindest immer wieder mit denen wir haben ja viele Familienunternehmen und auch Großindustrie-Unternehmen bei uns investiert und durfte das aus erster Hand in vielen verschiedenen Beispielen und Branchen und Größenordnung verfolgen.
00:10:28: Und das Muster, was dabei herauskommt ist genau das, was ich gerade beschrieben habe.
00:10:31: Es gibt da so ein Toolkit an dem kannst du dich bedienen und dann funktionieren einige Dinge und einige Dinge funktionieren nicht und es musst du aber herausfinden.
00:10:38: Da brauchst du einen starken Lieder oder einen starker CEO.
00:10:40: Einen starken Inhaber meinetwegen der dann sagt Ich trage das mit, ich gehe das Risiko mal ein etwas auszuprobieren und dann treffe ich aber auch die Entscheidung wenn was nicht funktioniert und schneit es ab.
00:10:51: Oder aber ich finde daraus, da funktioniert etwas sehr gut für mich, da mache ich dann Double Down.
00:10:56: Wie siehst du denn den Start-up Standort Deutschland?
00:10:58: Auch natürlich im Hinblick darauf, hey, Familien noch nehmen könnten was dazu beitragen.
00:11:02: Also genauso wie die Industrie hat die Startupszene mit hohen Lohnkosten und hohen Bürokratiekosten und so weiter auch mit hohem Energiekosten zu kämpfen.
00:11:10: das ist glaube ich ein strukturelles Thema dass uns alle in Deutschland egal ob großer Unternehmensunterbau oder kleine Start up was wir gemein haben.
00:11:20: Die Substanz grundsätzlich ist eine gute Substanz.
00:11:23: Wir sehen ja viele Gründungen, also ich glaube gerade jetzt hat der Startup-Verband da den deutschen Start up Report rausgebracht wo drinnen steht dass wir mit dreieinhalb tausend Start ups wieder auf dem Punkt sind wo wir zweitausendundzwanzig mal gewesen sind.
00:11:38: Also die Gründungen sind stabil sie wachsen ein bisschen und die Qualität ist gut.
00:11:43: es gibt also ehrlich gesagt auch wenn ich mir anschaue welche Firmen hier groß geworden sind welche verkauft worden sind welche auch DAX sind kein Grund zu glauben das wir keine großen erfolgreichen startups aufbauen können.
00:11:54: Das geht also alles.
00:11:56: Es ist noch nicht genug, es reicht noch nicht.
00:11:58: Es müsste mehr geben die Pipeline müsste oben breiter werden um dann auch unten breiter zu können und das ist eine Kombination aus zwei Dingen.
00:12:06: Das ist einmal die Frage nach besseren Rahmenbedingungen.
00:12:09: Die sind jetzt nicht katastrophal schlecht aber dennoch im weltweiten Vergleich auch nicht Weltspitze und das zweite ist ein Mentalitätsthema.
00:12:18: zur Wand stehen.
00:12:19: Da müssen wir wahrscheinlich noch hinkommen, der Leidensdruck muss wahrscheinlich leider noch ein bisschen zunehmen bis wir noch mehr unternehmerische Kraft entfalten und entfesseln und ich glaube dann wird uns hoffentlich unsere Mentalität in dieser kleine innere Stolz verfolgen und dann werden wir mehr gründen.
00:12:36: durch Mehrgründungen werden wir auch mehr Erfolge produzieren im Naturgesetz.
00:12:40: Was ist denn so ein Argument für junge Menschen, die jetzt gerade an der Uni sind und vielleicht auch merken?
00:12:44: Hey!
00:12:44: Der Einstiegsjob bei der Beratung, bei der Bank für Hundertzwanzigtausend wird grad nix.
00:12:48: Weil AI-Fokus kennen wir ja alle die Mechaniken, die grade da am Werke sind, dass diese Juniors Jobs da ein bisschen kager gesät sind.
00:12:56: Dann kann man sagen hey dann gründ doch was du hast das doch in einer Bier
00:12:58: ne?!
00:12:59: In allen großen Weltreligionen wird eigentlich der Veränderungsdruck von Menschen immer mit zwei Dingen beschrieben.
00:13:05: Entweder wir haben eine ganz tiefe Sehnsucht in uns etwas zu tun, das ist dann das Inner Calling warum wir was machen möchten und das andere ist der Leidensdruck.
00:13:12: Es ist so schlimm den Job bei der Bank die du gerade beschrieben hast für hundertzwanzig tausend Euro gibt es nicht mehr.
00:13:18: vielleicht bleibt dann irgendwann auch nur noch die Option übrig die Schicksale in die eigene Hand zu nehmen Lösungen zur Erarbeiten und da als Unternehmertum ein fantastisches Vehikel führt.
00:13:27: also insofern Wir werden beides beobachten.
00:13:30: Der Jobmarkt verändert sich wahnsinnig schnell.
00:13:34: die Dinge, die heute in der Schule und auch in der Universität gelehrt werden.
00:13:37: Die sind in wenigen Wochen, in wennigen Monaten ganz sicher in ein paar Quartalen nicht mehr tagesaktuell.
00:13:42: Insofern ist diese Fähigkeit sich da anzupassen und drauf zu reagieren eine wichtige Fähigkeiten.
00:13:47: Und ich glaube das werden die jungen Menschen, die das ja auch um übrigen spüren.
00:13:50: also wenn ich mich mit den jungen menschen unterhalte dann sehen sie ja was davor.
00:13:54: denen liegt es tiefe Frustration und Verzweiflung da.
00:13:58: Ich glaube aber, dass das auch Kräfte entfesseln kann und wird werden
00:14:01: muss.".
00:14:03: Die Frage ist ja wie geht es weiter?
00:14:05: Also du gründest ein Unternehmen, du hast das wächst und wächst.
00:14:08: dann hast immer die finanziellen Themen, anderes Thema klar.
00:14:12: Aber wo endet es am Börsengang?
00:14:14: vielleicht wirklich durch einen Aufkauf, durch den Familienunternehmen, durch eine Kooperation mit dem Familienunternehm?
00:14:19: Inwiefern ist es auch gut, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt.
00:14:23: wenn man vielleicht auch sagt ich meine Lebensplanung sieht jetzt vor was Neues zu gründen oder etwas ganz anderes zu machen.
00:14:27: Dass man die Firma auch gut dann in welcher Hände gibt?
00:14:30: Also wir sagen mal die besten Firmen die werden nicht verkauft sie werden gekauft.
00:14:35: Wenn du eine gute Firma hast die funktioniert die tolles Produkt oder eine tolle Dienstleistungen herstellt da wirst du dir keine Sorgen machen müssen und wir sehen noch die Tendenz dazu das Gründer an Bord bleiben, auch über den Börsengang hinaus.
00:14:48: Ich mag auch das Wort Exit nicht.
00:14:50: für mich ist ein Börsengang kein Exit sondern es ist eine weitere Finanzierungsrunde in der Lebensphase eines Unternehmens.
00:14:56: und warum sollen wir nicht gerade aus dem Standort wie Deutschland auch über Dekaden hinweg wenn ich sogar über Jahrhunderte hinweg solche Dinge denken dürfen?
00:15:03: Und ich treffe heute wahrscheinlich den einen oder anderen Unternehmern in Europa der vielleicht in hundert Jahren Ein Begriff ist und den jeder kennt, weil der über viele Jahre, über viele Dekadenden weg ein wunderbares Unternehmen aufgebaut hat.
00:15:18: Das dann im Jahr zweitausend, einhundert, sechsundzwanzig hunderttausende von Menschen beschäftigt und ein wahnsinnig tolles Produkt an den Start gebracht haben heute.
00:15:27: Gibt es Branchenbereiche wo du richtig positiven Sinne feuchte Hände kriegst?
00:15:33: was die Start-ups angeht.
00:15:34: Also es ist Energie, es ist Biotech, es is' die Kombination KI und Hardware also Robotik
00:15:40: usw.,
00:15:41: wo wirst du richtig?
00:15:42: Das ist der Punkt!
00:15:43: Ich hab drei Felder, die mir momentan das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen um bei deinem Beschreibung zu bleiben.
00:15:50: Robotik, KI und Energie.
00:15:51: warum?
00:15:52: ich habe eben diese beiden Naturgesetze beschrieben, der demografische Wandel und eigentlich die Unfähigkeit unseres Energiesystems diese Transformationslast zu tragen.
00:16:02: Das hat für mich die Konsequenz, dass wir in diesen drei Feldern viel Dynamik, Volatilität und Innovationen sehen werden.
00:16:09: Und das sage ich jetzt nicht nur als Investor der Lust hat damit auch erfolgreich Geld zu verdienen sondern da sage ich auch als Mensch und als Bürger unseres Landes oder als Bürger Europas, dass ich möchte, dass diese Transformation gelingt.
00:16:20: und deswegen sind diese drei Felder für mich ein Schlüssel.
00:16:27: Du hast es gerade schön gesagt, die KI und die Hardware.
00:16:29: Die Bits- und Atome verbinden sich zum ersten Mal.
00:16:32: Wir sind in der Lage unsere Umgebung zu manipulieren, indem dort dann Roboterhände eine Bewegung ausführen, die bisher nur von Menschenhand gemacht werden könnte.
00:16:41: Das fasziniert mich.
00:16:42: da ist eine große Chance drin und eine große Notwendigkeit für uns.
00:16:45: Und deswegen sind das die drei Felder auf die ich mich momentan Spezialisierung, wo wir das Wasser am Bund zusammenlöften.
00:16:51: Und Deutschland ist ja auch dezentral?
00:16:53: Wir haben Heilbronn mit dem ganzen Münchner Bereich Berlin, gibt es ja auch noch Hamburg, Köln und Bonz in NRW hier.
00:17:00: Ist das ein Vorteil aus Deiner Sicht, dass Deutschland so dezentrall ist gerade für das Grundertum oder ist es eigentlich wurscht?
00:17:05: Ich
00:17:05: glaube man hat immer den schönen direkten Vergleich mit London und Paris also wenn ich mir meine Partner dort in den Städten anschaue dann können die immer mit einem Fahrrad überall hinfahren und ich sitze wesentlich mehr im Fliegerau.
00:17:16: Man fährt irgendwie nach Bielefeld und wir haben Investments in Stuttgart, in Chemnitz, in Aachen.
00:17:21: Dann gibt es coole Companies in Freiburg, in Augsburg... Also das ist schon ein bisschen mehr Reiserei.
00:17:27: Passt aber irgendwie auch zu uns!
00:17:28: Und ich finde dass diese Dezentralität, die ich hinterfragte gar nicht.
00:17:32: Es ist halt einfach so, so ist der deutsche Mittelstand entstanden und so kann auch die deutsche Start-up Szene florieren.
00:17:37: Das hat auch was Gutes, weil man damit ja einen kleinen Wettbewerb dieser Mini-Ökosysteme und aber auch der großen Ökossysteme produziert.
00:17:44: Ja, ich finde das ist eher ein Feature als ein Bug.
00:17:48: Es ist halt ein bisschen mehr Reißerei.
00:17:50: Du genießt dein Leben in vollen Zügen mit schlechtem WLAN?
00:17:54: Das ist in der Tat etwas, worüber auch ich mich dann ab und zu mal eschofiere.
00:18:00: Aber eschoffieren ist ein gutes für die Schlussrunde vielleicht.
00:18:04: Rahmenbedingungen auch nochmal hier in Deutschland.
00:18:06: also wir haben gerade beim Thema Pharma wieder so einen Fall da müssen erst berühmter was in dem Fall Eli eine Leitindustrie laut Bundesregierung selbst.
00:18:16: Und dann geht es jetzt an neue Gesetze und das wird merkwürdig gespart, die müssen wir jetzt wieder drohen mit Investitionszurücknahmen bei der Industrie, die ja auch wirklich Deutschland viel geben kann.
00:18:26: Jetzt kann man die Schlussfolgerung vielleicht ziehen da verstehen einige in den Regierungen in den letzten wirklich seit Jahren nicht wie Innovationspolitik eigentlich funktioniert oder?
00:18:36: Also da ist schon was dran, ja.
00:18:38: Ich will jetzt nicht schon wieder in Pardon my French so ein einmal Scheiße über die Regierung auskippen.
00:18:42: aber zur Wahrheit gehört auch dazu dass dann eine klare Umsetzung jetzt auffolgen muss.
00:18:47: also die Erkenntnis das wir zu wenig Wachstum haben und zu wenig wachstums weniger Wohlstand bedeutet und weniger Wollstand zwangsläufig auch weniger Stärke in einer globalen Welt bedeutet.
00:18:57: Ich glaube, die Erkenntnis ist da.
00:18:59: Aber wenn wir immer nur darüber reden dann wieder irgendeinen Arbeitskreis und dann nochmal zusammen und wieder Kaffee trinken und drüber reden... Also das muss jetzt auch echt mal aufhören!
00:19:09: Da müssen wir jetzt ins Machen kommen.
00:19:11: Wir müssen anerkennen, dass Unternehmen und das Unternehmerinnen und Unternehmer auf eine gewisse Art und Weise eine Firma bauen.
00:19:19: Das ist wie mit Legosteinchen.
00:19:20: Und da muss man dann sicherstellen, dass man für das Bauen mit diesen Legosteynchen die besten Rahmenbedingungen kreiert.
00:19:26: Wenn man das nicht will, dann muss man das auch sagen!
00:19:29: Wenn man es nicht kann, dann mußt man vielleicht zurücktreten.
00:19:31: Dann muß man da andere ranlassen um das irgendwie auszuprobieren.
00:19:34: Also, ich denke diese Phase wo wir alle immer wieder da in irgendwelchen Räumen miteinander drüber reden.
00:19:41: Er hat jetzt auch wirklich keiner mehr Bock drauf.
00:19:45: Das muss jetzt angepackt werden.
00:19:47: Was glaubst du wenn wir auf der Hinterland?
00:19:49: letzte Frage?
00:19:50: Wir können nicht ändern, wir müssen ja positiv ändern.
00:19:52: Absolut durcheblich, Ende immer positiv!
00:19:55: Wenn man uns in drei Jahren und ein fünf Jahren es wird ein intelligenter Zeitraum.
00:19:58: Gute Frage bei dem Tempo gerade wie hier wieder treffen Wo steht Deutschland da, wenn wir jetzt doch ein paar Sachen richtig machen und welche Branchen sind dann richtig spannend?
00:20:06: Wir werden eine große Strukturreform in Form eines riesigen Gesamtpaketes gemacht haben.
00:20:13: Das große Paket geht über den Koalitionsvertrag hinaus.
00:20:17: Schwarz-Rot hat sich verständigt und gemeinsam dieses Reformpaket an den Staat gebracht.
00:20:22: Und dann werden die größten Innovationen... stärkste humanen Kapital an den Universitäten und Forschungsinstituten entfesselt haben.
00:20:30: Und den Transmissionsriemen aus der Forschung in die Anwendungsentwicklung bringen, damit echte große Player produzieren.
00:20:37: Die gute Nachricht ist ja, ein Firma wie Anthropic ist jetzt sechs Jahre alt und es mit über eine Billion Euro bewertet.
00:20:42: Das sind halber Dachs in sechs Jahren!
00:20:44: Ich will damit sagen dass wenn wir uns hier in fünf Jahren wieder treffen gibt's auch Chancen das für unser gesamtes Wirtschaftssystem umgekrempelt haben.
00:20:50: aber dafür muss dann
00:20:51: jetzt auf was
00:20:53: kommen.".
00:20:56: Und auch Ihnen lieber Hörerinnen und Hörern, danke fürs dabei sein.
00:20:58: Ich sage wie immer bleiben Sie gesund und erfolgreich bis zur nächsten Folge.
00:21:02: Tschüss!
00:21:03: Das war Markt- und Mittelstand der Podcast.
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