Wie Melitta den Wandel gestaltet
Shownotes
Wie gelingt Innovation in einem Unternehmen, das seit mehr als 100 Jahren am Markt ist? Darüber spricht Host Thorsten Giersch mit Johanna Ober-Sundermeyer und René Korte. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich ein traditionsreiches Familienunternehmen für die Zukunft aufstellt – und welche Rolle Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Unternehmenskultur dabei spielen.
Johanna Ober-Sundermeyer ist Head of Corporate Innovation bei Melitta. Und René Korte ist seit über 20 Jahren bei der Melitta Gruppe Geschäftsführer für Innovation, Digitalisierung und Start-up-Beteiligungen.
Die beiden Gäste schildern, warum Transformation weit mehr bedeutet als neue Technologien einzuführen. Entscheidend sei, Mitarbeiter mitzunehmen, Silos aufzubrechen und digitale Kompetenzen im gesamten Unternehmen zu verankern. KI könne Prozesse beschleunigen und Entscheidungen unterstützen, ihren größten Nutzen entfalte sie jedoch erst, wenn sie Teil einer umfassenden Veränderung werde.
Außerdem geht es um die Balance zwischen Tradition und Innovation, den Mut zum Experimentieren und die Frage, wie Familienunternehmen ihre Werte bewahren können, während sie gleichzeitig neue Geschäftsmodelle und Arbeitsweisen entwickeln.
Ein Gespräch darüber, wie Veränderung in etablierten Unternehmen gelingen kann – und warum sie vor allem eine Führungsaufgabe ist.
Transkript anzeigen
00:00:03: Markt und Mittelstand, der Podcast.
00:00:07: Deutschlands Stimme für Familienunternehmen.
00:00:10: Aktuelles und Zukunftsthemen
00:00:12: rund um den Motor der deutschen Wirtschaft
00:00:15: mit Thorsten Giersch.
00:00:22: Künstliche Intelligenz die Zusammenarbeit mit Start-ups ja Innovationsthemen ganz allgemein.
00:00:27: ein Thema über das wir zweifelos über zwei Hundertfünfzig Folgen nicht zum ersten Mal sprechen.
00:00:32: im Markt- und Mittelstand.
00:00:33: Podcast, aber ich glaube noch nicht selten so intensiv mit einem Familienunternehmen.
00:00:39: Mit sehr bekanntem Namen!
00:00:41: Und den zwei Personen die das dort seit Jahren intensiv treiben.
00:00:45: Nämlich Milita.
00:00:47: Dort gibt es René Korte.
00:00:49: Er ist dort seit über zwanzig Jahren in der Gruppe und inzwischen zuständig als Geschäftsführer für Innovation Digitalisierung und Startup-Beteiligung.
00:00:58: Zweite im Bunde heute ist Johanna Ober Sundermeier, sie ist Head of Corporate Innovation also die Weiterentwicklung und die Umsetzung der Innovationsstrategie.
00:01:07: dafür ist sie verantwortlich.
00:01:09: Sie haben gemeinsam ein Buch geschrieben.
00:01:11: so bin ich auch auf sie aufmerksam geworden.
00:01:13: um ehrlich zu sein The Adaptive Company erschien in Murman Verlag finde ich wahnsinnig spannend zu lesen und darüber sprechen wir jetzt.
00:01:21: wie gelingt es denn?
00:01:22: diese Innovation so voranzutreiben.
00:01:25: Ich grüße euch beide, hallo!
00:01:27: Hallo Thorsten
00:01:27: Guten Tag!
00:01:28: Hallo Torsten!
00:01:31: Also erst mal die Frage trinkt ihr gern Kaffee?
00:01:34: Lieben gerne sowohl Filter-Kaffee als auch am Nachmittag gerne noch mein Kapuchino und das ist klar das gehört dazu.
00:01:42: Ja für mich ist es ähnlich.
00:01:43: ich trinke auch sehr gerne Kaffees.
00:01:44: ich brühme den morgens mit der Hand schönen Manufaktur-Kaffe von unseren Kollegen Bremen und mittags gerne nach Mittagessen noch ein kleines Presso doppelten.
00:01:53: Okay, also natürlich frage ich das auch deshalb.
00:01:56: wir hatten schon von den ich glaube.
00:01:57: Zwei Hundertfünfzig Folgen markt und mittelstand podcast gegen eine auch mit militär.
00:02:02: damals haben ja auch erfahren wie die Militare Benz es damals erfunden hat sozusagen Den filter kaffeine.
00:02:10: unglaubliche geschichte erfolgsgeschichte.
00:02:12: Aber irgendwie machen weil das ja noch so wie damals aber irgendwie auch nicht.
00:02:16: Also warum braucht denn so ein Unternehmen solche innovations?
00:02:20: Menschen wie ihr seid?
00:02:21: Kaffee Ja, trinken die Leute immer noch sehr gerne.
00:02:25: Aber es hat sich ein bisschen was geändert.
00:02:27: Während früher die Leute ja eigentlich hauptsächlich Filtercafe getrunken haben ist das heute ein bisschen anders.
00:02:33: Da kommen andere Erwartungen, andere Getränkeformen.
00:02:36: Die trinken so wie ich dann auch gerne mal einen Espresso und die trinken auch mal einen Cappuccino wie Johanna.
00:02:41: Die Trinken denen auch mal kalt.
00:02:43: Und auch andere Erwartung haben sich geändert!
00:02:46: Die Leute sind bequemer vielleicht geworden, ein bisschen wollen das auf Knopfdruck gelingen sicher nachhaltig.
00:02:53: Also ganz, ganz viele Dinge haben sich ja auch verändert, auch wenn man denkt Kaffee trinken die Leute natürlich immer.
00:03:01: aber wir müssen uns natürlich darauf einstellen auf diese veränderten Erwartungen und dafür braucht man uns hier bei Melitta.
00:03:10: Wie sieht denn Johanna euer Alltag aus?
00:03:12: Das würde mich mal interessieren.
00:03:13: also ihr macht da irgendwas mit Innovation.
00:03:16: was bedeutet das dann konkret?
00:03:17: so wenn ihr so eine Woche mal beschreibt oder euren Alltag?
00:03:21: Genau, irgendwas mit Innovation klingt doch schon
00:03:23: mal gut.
00:03:24: Wir beschäftigen uns sehr viel mit Trends.
00:03:27: auf der einen Seite also wir gucken natürlich sehr stark wie verändern sich Konsumentenbedürfnisse?
00:03:31: Konsumentenerwartungen?
00:03:33: Welche neuen Technologien kommen und wie kann das alles die Geschäftsmodelle der Militaregruppe beeinflussen?
00:03:39: Und dann arbeiten wir sehr viel with unseren Unternehmensbereichen zusammen!
00:03:42: Wir sind ja im Bereich Kaffee aber auch Kaffeezubereitung und Haushaltsprodukten aktiv und schauen viel mit den Unternehensbereichern gemeinsam wie sich eben diese Trends auf ihre Marken, auf ihre Produkte einwirken.
00:03:54: Wie die Produkte verändert werden können und müssen welche neuem Themen dazukommen können?
00:04:00: Und arbeiten da sehr viel Hand in Hand!
00:04:02: Auf der anderen Seite gucken wir aber auch was für spannende Märkte sehen wir, die eben fernab von unserem Kerngeschäft sind.
00:04:09: Und wo könnte es für Mitglieder in Zukunft Spaß machen und Sinn machen, reinzugehen?
00:04:15: Auch da starten wir mit ersten Prototypen.
00:04:17: Entwickeln erste Ideen, vertesten das ganz viel mit Konsumenten und arbeiten dann gemeinsam mit unserem Inkubator der Tenix Innovation daran diese Produkte auch auf den Markt zu bringen.
00:04:26: Und so einen richtigen Alltag gibt's da zum Glück
00:04:29: gar nicht
00:04:30: weil das natürlich alles sehr abwechslungsreich ist.
00:04:33: Verinnert sich der Kaffeetrinker denn, die Trinkerin?
00:04:36: Also sei es hier in Deutschland oder ich meine ihr seid ja jetzt auch weltweit unterwegs.
00:04:40: Absolut.
00:04:41: Die Erwartungen, die der niederstaatischen eingebört ist hat, die entwickeln sich
00:04:45: gerade stark
00:04:46: weiter.
00:04:46: Wir sehen zum Beispiel einen sehr starken Trend in dem Kohlenkoffee-Bereich kommt vor allem
00:04:51: aus Nordamerika
00:04:53: dass die Leute eben sich häufiger kalte Kaffee und Betränke Spezialitäten zubereiten viel mit Konzentraten arbeiten und in so eine Richtung reingehen.
00:05:00: und da sehen wir natürlich schon auch jüngere Zielgruppe haben andere Erwartung haben andere Vorlieben und dann müssen wir uns natürlich als Unternehmen auch langfristig darauf
00:05:08: einstellen Und auch cool bleiben René, also als Marke cool bleiben.
00:05:12: Also ich sehe immer so die Stromberg Intro wo dieser in so eine Kaffeemaschine der Kaffee runter truft um den Büroalltag zu symbolisieren.
00:05:20: Ist Gott sei Dank nicht alles?
00:05:21: ne?
00:05:23: Nee ist Gott sei dank nicht alles aber... Gugel bleiben, darum geht es ja nicht.
00:05:26: Wir sind eine bodenständige Marke dazu stehen wir natürlich auch aber müssen natürlich auch irgendwie ein bisschen mit der Zeit gehen und ich glaube da gibt es in allen Unternehmensbereichen genug Dinge die wir tun um auch jüngere Menschen anzusprechen Aber die Alten ja auch nicht ganz zu verlieren weil das ist ja auch eine wichtige Zielgruppe.
00:05:45: zu den alten Gerüchen
00:05:47: Das hast du jetzt gesagt.
00:05:50: Aber althergebracht sozusagen das Kaffee trinken per Filter, ich habe mal recherchiert, ich glaube so ungefähr zwei Drittel, sechzig Prozent des Cafes werden noch in Anführungszeichen so getroffen oder immer noch?
00:06:01: Oder weiterhin was glaubt ihr da?
00:06:03: Ja
00:06:03: gut also wir glauben schon dass das auch weiterhin eine total relevante Methode sein wird in Zukunft durch Kaffees zu trinken Einfach, weil es auf der einen Seite ziemlich simpel ist von der Zubereitung.
00:06:17: Dann kriegt man mit Filter Kaffee, also Filter Kaffe is eigentlich so der aromatischste Kaffe den man haben kann und dann darf man nicht vergessen zahlt ja auch so ein Trend wie Nachhaltigkeit ein, weil's relativ oder sogar sehr nachhaltig ist wirklichen mit anderen.
00:06:31: Also wir glauben schon dass das relevant bleibt Auch noch für viele Jahre.
00:06:35: natürlich Wir haben keine Glasskugel die uns sagt Dass es immer so bleibt Und darum gucken wir eben ja auch nach anderen Systemen, gucken auf was sonst in der Welt passiert.
00:06:45: Um das eine zu tun oder das andere vielleicht auch nicht zu lassen?
00:06:49: Jetzt spreche ich auch mal mit den beiden Buchautoren und Autorinnen sozusagen The Adaptive Company.
00:06:55: Vielleicht erstmal erst einmal der Name.
00:06:58: Adaptiv.
00:06:59: Was meint ihr damit?
00:07:01: Genau unter Adaptivität verstehen wir dass wir uns als Unternehmen als Mitarbeiter aktiv, kontinuierlich und auch systematisch weiterentwickeln müssen.
00:07:10: Und das bezieht sich eigentlich auf alles was wir im Unternehmen haben also unsere Produkte, auf die Strukturen und auf die Kultur und eben ganz wichtig kontinuerig.
00:07:19: Also nicht nur einmal sondern wir müssen regelmäßig immer erkennen dass sich die Erwartungen unserer Kundinnen und Kunden verändern und wie wir eben diese Veränderung dann ins Unternehmen holen müssen, wie wir unsere Produkten verändern müssen anpassen müssen und genau vielleicht um das so ein bisschen abzugrenzen, weil das doch häufig in
00:07:41: einen Topf
00:07:42: geworfen wird.
00:07:43: Genau auf der einen Seite mit der Resilienz.
00:07:46: also wie verhalte ich mich nach einem Schock wenn etwas kurzfristig auf mich als Unternehmen einprasselt?
00:07:51: Wie komme ich dann wieder auf die Beine?
00:07:52: total wichtig aber eben auch sehr reaktiv und auf der anderen Seite auch schnell verwechselt mit der Anglität.
00:07:59: also wie arbeite ich iterativ, wie arbeitte ich schnell aber eher eben auf einer Prozessebene Und auch das häufig eher kurzfristiger gedacht.
00:08:08: und genau bei der Adaptivität geht es eben eher um diesen langfristigen Blick.
00:08:12: Warum habt ihr das Buch geschrieben?
00:08:14: Also, das seht ja auch im Bedarf dass viele Transformations-, Innovationsprojekte auch scheitern und man da vielleicht eurer, dass eure Erfahrungen da vielleicht wahnsinnig wertvoll sind was ich persönlich glaube nach der Lektüre des Buches.
00:08:26: René, was denkst du?
00:08:28: Ja, das ist genau der Grund warum wir das geschrieben haben.
00:08:32: Also einerseits haben wir jetzt über die letzten HC in zwölf Jahre ganz schön viel Erfahrung sammeln können, viel auch aus Dingen, die nicht funktioniert haben.
00:08:42: Viel daraus gelernt.
00:08:43: und wir sind ja auch so immer mal in unseren Netzwerken unterwegs, halten da Keynotes erzählen darüber und stellen eigentlich immer wieder fest Ja, die Leute interessiert das.
00:08:52: Die Leute haben ähnliche Probleme wie wir auch.
00:08:55: Und dann haben wir gedacht Mensch, dann nutzen wir doch mal die Buchform Und gießen mal unsere Erfahrung damit rein und hoffen, dass das anderen Leuten hilft.
00:09:10: Die Probleme die wir haben, die sie vielleicht auch haben dann zu lösen.
00:09:16: Ich finde es ja immer schöner aus den Fehlern von anderen zu lernen als selber machen zu müssen.
00:09:23: Etwas, ja haben wir durchaus auch einige Punkte wo wir gesagt haben Mensch das haben wir vielleicht nicht so gut gemacht.
00:09:29: Aber wie hätte man es denn anders machen können?
00:09:31: Das ist da eben auch mit drin verarbeitet.
00:09:35: Nun sind wir bei Markter Mittelstand und auch diesen Podcast für Kleinstunternehmer genauso da, für KMU, für den mittleren Mittelstand.
00:09:42: ihr seid der große Mittelstand im großes Familienunternehmen.
00:09:47: Wie viel Prozent von dem was ihr geschrieben habt ich frage mal so kann man nur ab einer gewissen Größe umsetzen?
00:09:53: und was eigentlich fast doch alles.
00:09:57: Ihr müsst es auch nicht im Prozess darstrücken.
00:09:59: Genau,
00:09:59: ich bin schon im Rechnen.
00:10:02: Wir haben uns schon so konzipiert und auch entwickelt dass eigentlich jede Unternehmensgröße damit
00:10:07: gut arbeiten
00:10:07: kann.
00:10:08: das war der Anspruch und genau deswegen bringen wir eben auch Beispiele die sowohl von der Militare Seite kommen also die aus dem großen Unternehenseiter kommen als auch viele Beispiele Die eher aus unserem Inkubator kommen wo wir erst startup-ähnliche Verhältnisse Strukturen Prozesse haben um da eben auch ein schönes Gleichgewicht mit reinzubringen.
00:10:28: Jetzt kann man ja auch sagen, ich glaube unsere erste Folge vor über vier Jahren war schon wir haben eine unfassbare Zeit vor uns Globalisierung wandelt sich dramatische Geopolitik Wir haben Digitalisierung jetzt kam noch die generative KI inzwischen dazu seitdem es diesen Podcast gibt und klar dazu natürlich Nachhaltigkeit als ein Riesending das zuletzt in den Hintergrund getreten ist, aber natürlich da ist und wahnsinnig wichtig ist.
00:10:55: Niemals war mehr Wande sozusagen.
00:10:57: Und jetzt merken wir aber dass wahnsinnige viele gerade auch Familienunternehmen erstarren oder?
00:11:02: Also wie ist euer Wandel so?
00:11:04: Ist das so komisch gerade?
00:11:05: Warum passt das nicht so richtig zusammen?
00:11:07: Ja, Wir sehen das ähnlich mit Leuten sprechen.
00:11:11: Da ist der Eindruck bei manchen es von sich selber, dass sie auch in einer Erstarrungsphase sind.
00:11:18: Also wir glauben, das liegt ein bisschen daran.
00:11:20: Das sind ja in der Regel erfolgreiche Firmen und nach einer Zeit hat man einfach seinen Erfolgsrezept im Kopf.
00:11:29: und ja, das Erfolgesrezept hat in der Vergangenheit wunderbar funktioniert und zu dem geführt was man heute hat.
00:11:36: aber jetzt kommen so viele Veränderungen und plötzlich funktionieren diese Erfolge Rezepte vielleicht nicht mehr und dann fällt es einem natürlich wahnsinnig schwer da wegzukommen und zu verstehen was brauchen wir eigentlich jetzt.
00:11:50: Und erstmal die Erkenntnis zu haben, dass das was ich gestern gemacht habe und was mich heute erfolgreich gemacht hat nicht unbedingt dasselbe ist wie das was sich vielleicht heute machen muss um morgen erfolgreich zu sein.
00:12:00: allein die Erkennung ist schon gar nicht so einfach zu haben.
00:12:03: und dann selbst wenn ich die habe gibt es halt auch immer eine ganze Menge Dinge die mich davon abhalten das zu tun was vielleicht notwendig ist.
00:12:13: Das beginnt ja bei mir selber im Kopf Das geht dann in die Strukturen rein, in die Kultur.
00:12:19: Da wollen Leute auch nicht unbedingt was anderes haben und deswegen sehen wir dieses Erstarren.
00:12:25: Dann passiert halt gar nichts so richtig manchmal.
00:12:29: Apropos Erstarre, ihr arbeitet ja auch das gehört zu euren Bereichen mit Startups zusammen?
00:12:34: Wie sieht das genau aus?
00:12:36: Wir machen dazu ja auch große Schwerpunkte.
00:12:38: Venture Clienting ist eine Option.
00:12:40: Dazu haben wir auch schon viel gemacht sind auch Verhinterland of Things gewesen.
00:12:45: Wie sieht das bei euch aus?
00:12:46: Wann ist ein Start-up für euch spannend, fangen wir vielleicht nochmal andersrum an.
00:12:50: Welche Arten der Kooperation habt ihr da?
00:12:53: Wir gehen im Grunde zwei Arten ein.
00:12:55: Das eine sind Beteiligungen an Startups allerdings ganz klar nicht als Finanzinvestor sondern dann wenn es strategisch sinnvoll ist also wirklich als strategischer Partner.
00:13:06: Da gibt es Beispiele aus der Vergangenheit, Roast Market, der Online-Café-Händler ist ein Beispiel.
00:13:11: Lofi, Lupinencafé unsere letzte Beteiligung.
00:13:14: und auf der anderen Seite machen wir genau auch Venture Clienting Projekte wo wir eben vor allem versuchen Startup-Lösungen auf einer Prozessebene ins Unternehmen rein zu holen mit den Startups zusammenzuarbeiten als Pilotkunden zu agieren und bei sowohl die Beteilligung als auch bei den Ventures Clientings ansetzen.
00:13:35: sind es in dem Fall Air Start-ups, die eine strategische Nähe zu unserem Kerngeschäft haben um eben die Säulen, Kaffee, Kaffeezubereitung und Haushaltsprodukte zu unterstützen und für die Zukunft zu stärken.
00:13:47: Und Zusammenarbeiten heißt dann eine Finanzbeteiligung bis hin zum Kauf oder eben welche.
00:13:53: was favorisiert ihr da meistens?
00:13:54: Oder kann man das gar nicht so genau sagen.
00:13:56: Das kann man tatsächlich gar nicht nur genau sagen, weil es natürlich je nach Partnerschaft und der Start-up unterschiedlich ist, was du auch einfach gebraucht und gewünscht bist.
00:14:03: Genau aber über die Finanzbetteiligung dass auf der einen Seite geht's dann auch raus Richtung Vertriebsoptionen, die wir natürlich mit unserem breiten Portfolio nochmal mit rein geben können.
00:14:13: Wir haben ein sehr stark professioneller Bereich für Startups.
00:14:16: Interessant ist, wir sind sehr stark aufgestellt im LEH.
00:14:20: Das sind natürlich alles Themen die für ein Start-up erst mal schwieriger zu erreichen sind und da haben wir die Erfahrung gemacht dass wir da sehr gut handeln können.
00:14:29: Wie einfach ist es so eine Zusammenarbeit?
00:14:31: Also ich frage das ihr habt natürlich schon einige Gespräche mit Glas neulich oder so Die sagen na ja dann muss schon bisschen Fingerspitzengefühl beide Seiten noch mitbringen.
00:14:40: auch eure Erfahrungen
00:14:42: Ja, das kann ich nur bestätigen.
00:14:44: Wir haben ein kleines Team was ja genau dafür da ist und was darauf arbeitet.
00:14:49: Und ganz einfach ist es natürlich nicht weil Startup-Menschen ticken natürlich ein bisschen anders als einen doch mittelständischen Konzern wie Milita.
00:14:58: Aber wir haben da viel Erfahrung gesammelt können, unser Team.
00:15:04: Wichtig ist, dass man auf Augenhöhe spricht und dann funktioniert das in der Regel auch ganz gut.
00:15:10: Wir sehen eigentlich, die Start-ups gut zugehen können, dass sie nicht weglaufen werden, wenn wir kommen und umgekehrt kommen auch Start-Ups zu uns schon.
00:15:22: Also das funktioniert weil es sich natürlich auch langsam rumspricht, dass Mediter da ein Partner auf Augenhöhe ist und ja... Das ist eigentlich so unser Weg!
00:15:33: Es lohnt sich nämlich dem allen.
00:15:36: Ein Kapitel bei euch heißt darauf warum man Probleme feiern sollte.
00:15:39: Auch die zusammen mit Start-up sind ja nicht problemlos wie ihr gerade sagt.
00:15:42: und warum sollte man denn Probleme feieren?
00:15:46: Probleme sind wichtig.
00:15:47: Warum?
00:15:48: Probleme heißt irgendwo ein Wert, denn was ist ein Produkt?
00:15:54: Ein Produkt ist ja nichts anderes als jemand hat ein Problem und ist bereit dafür Geld auszugeben, dass er das gelöst kriegt.
00:16:04: Das ist Kern jedes Unternehmens.
00:16:06: Kern jedes Unternehmen heisst ich löse Probleme für Menschen.
00:16:10: Und naja gut hier mehr Menschen das Problem haben, vielleicht auch ein großes Problem haben, desto wertvoller ist natürlich am Ende meine Lösung.
00:16:19: Deswegen müssen wir immer die Augen aufhalten nach Problemen weil sie verändern sich ja durchaus auch.
00:16:27: Nehmen wir so einen Beispiel wie Auto.
00:16:31: was für Probleme löst das Auto?
00:16:33: ich will von A nach B das ist mein Problem Das löst natürlich so ein Auto.
00:16:38: Dann sind natürlich aber auch mit Produkten andere Probleme wiederum verbunden, ja ich will jetzt nicht nur von A nach B, ich will das auch bequem.
00:16:46: So
00:16:47: d.h.,
00:16:47: wenn wir dann was haben, was das Problem löst ist es wiederum besser.
00:16:51: Dann wollen Leute nachhaltig vonA nachB vielleicht Elektroauto.
00:16:55: also so ist halt ganz wichtig einmal zu gucken, was sind die Probleme, die die Menschen haben.
00:17:02: und auf der anderen Seite Welche Probleme haben Sie eigentlich mit unseren Produkten?
00:17:07: Weil alles, was sie da an Problemen haben mit unseren Product'n reduziert ja im Prinzip den Wert, den wir schaffen für sie.
00:17:15: Und bietet ja eigentlich Wettbewerbern wiederum eine Angriffsfläche.
00:17:21: Da mache ich immer ganz gerne so ein Beispiel Analoge Fotografie.
00:17:25: Das ist natürlich bekannt als Kodak-Beispiel.
00:17:29: aber welche Probleme hat eigentlich analoge Photographie gehabt?
00:17:33: Das war ja total etabliert, aber war mir total vielen Problemen verbunden.
00:17:37: Ich konnte nur sechsunddreißig Aufnahmen machen.
00:17:39: So dann war der Film voll.
00:17:41: Dann habe ich die im Urlaub gemacht.
00:17:42: Wann konnte ich mit den Aufnahmen angucken?
00:17:45: Wenn nicht zurück war und wenn sie da nichts geworden sind, dann habe ich halt keine Erinnerung an.
00:17:52: Ich weiß nicht, ob es was
00:17:54: geworden ist.
00:17:55: Ganz genau ich konnte die schlecht teilen und überhaupt nicht bearbeiten lauter so Sachen.
00:18:01: Und all diese Probleme gibt's bei digitaler Fotografie nicht.
00:18:05: Dann muss man sich natürlich nicht wundern dass sich diese Digitalfotografie unglaublich schnell durchgesetzt hat.
00:18:11: Das betrifft ja auch die eigenen Produkte.
00:18:13: das kann schon losgehen mit.
00:18:14: Die Leute finden es nicht oder die Leute wollen noch mehr Informationen eigentlich haben.
00:18:19: Deswegen empfehlen wir immer genau hinzugucken, über die gesamte Wertschöpfungskette im Prinzip auch die ganze Customer Journey zu gucken.
00:18:26: Wo können eigentlich Probleme entstehen und wie können wir sie eigentlich lösen?
00:18:29: Und das schafft jedes Mal ein bisschen Wert.
00:18:32: Deswegen sagen wir Problemen sind eigentlich geil!
00:18:34: Da muss man hingucken.
00:18:36: Super spannender Punkt auf Monster in der Branche übrigens also das eigene Produkt der eigenen Dienstleistungen zur Hinterfragen wo sind wir eigentlich nicht optimal Und warum braucht es uns überhaupt wirklich?
00:18:45: Das fällt den Menschen im Alltag her wahnsinnig schwer.
00:18:50: Es macht ja auch im Team, oder?
00:18:54: Habt ihr da auch Verfahren, sag ich mal um euch zu hinterfragen und auch ein bisschen... Ich will nicht sagen Hausmacht ist das falsche Wort aber ihr wisst was ich meine.
00:19:03: Genau wir wenden ganz verschiedene Optionen an und natürlich ist es schwierig wie länger man im Beruf ist hat, weil wir ja auch alle dazu getrimmt werden und wurden lösungsorientiert zu sein.
00:19:18: Genau dann kommen wir eben und sagen hey lass uns erstmal problemorientiert rangehen und uns die Probleme anschauen Und wir nutzen da ganz unterschiedliche Methoden.
00:19:26: Design Thinking ist natürlich eine eine Methodik ein Prozess der uns eben sehr schön hilft und sehr gezielt mit dem Kunden auseinanderzusetzen Die Kundenbedürfnisse zur Hinterfrage und eben ganz bewusst über Probleme zu sprechen Und dann eben für diese identifizierten Probleme, ja, Konsumenten zentrierte Lösungen zu entwickeln.
00:19:44: Das Ganze dann wieder zu vertesten und den Geschäftsmodellen zu übertragen.
00:19:48: Mich hat es eben schon gesagt wir beschäftigen uns sehr viel mit Trends und mit technologischen Entwicklungen.
00:19:53: Da stößt uns natürlich auch genau darauf wo wir Veränderung in den Erwartungen der Konsumentinnen und Konsumentens sehen, wo wir auch neue Märkte sehen die entstehen Unter anderem mit Foresight.
00:20:06: Das bedeutet, dass wir eben Zukunftsszenarien entwickeln basierend auf diesen Trends und uns dann sehr stark hinterfragen wie kann denn eigentlich so eine Welt aus einem Beispielsweise aussehen?
00:20:17: Und jetzt können wir natürlich auch alle nicht in die Glaskubel gucken und alles was wir da entwickeln da wissen wir von vornherein schon genauso wird es nicht einsteffen.
00:20:25: und trotzdem haben wir dadurch das wir da eben ja mit sehr fundierten Trends rangehen Wir arbeiten trotzdem schon ganz gute Prognosen und können verschiedene Zukunftszenarien übereinanderlegen.
00:20:36: Und wenn wir das machen, dann bekommen wir ein ganz gutes Gefühl dafür was sich eigentlich in mehreren von diesen Szenarieren verändert?
00:20:41: In welche Richtung Erwartungen... Café-Bereich beispielsweise in zwei bis drei Szenarien gehen und haben dann ein ganz gutes Gefühl dafür zu sagen, okay da tut sich was.
00:20:52: dieses und jenes könnte ein gutes neues Chancenfeld für den Bereich Café beispielsweise sein.
00:20:57: Und können auch dann eben genau
00:20:58: wieder
00:20:58: reingehen beispielsweise mit Design Thinking Kundenprobleme in diesem Zukunftszenario zu identifizieren und Lösungen dafür zu entwickeln.
00:21:08: Wenn du so trends sagst, da würde ich gerne mal nachfragen Kannst du mal Beispiel nennen?
00:21:11: Also Was der Trend sind, die euer Produkt eure Gruppe wirklich so umtreibt?
00:21:17: Ja genau, wir arbeiten mit Konsumententrends wie wir das nennen und zusammenfassen.
00:21:23: Und
00:21:24: da können beispielsweise Premiumisierung ein Treiber sein, einen Trend der sich da abzeichnet.
00:21:31: Wir können aber natürlich auch über das Thema Gesundheit uns den ganzen nähern.
00:21:34: Gesundheit versus Genussorientierung.
00:21:38: also Wie bekomme ich es?
00:21:40: Beispielsweise hin dass mein Kaffee ein süßer leckerer mit vielen Verzierungen
00:21:46: getoppte
00:21:47: Drinks sind auf der anderen Seite, aber zum Beispiel auch trotzdem gesund ist.
00:21:51: Ich nochmal Zusatzstoffe wie Vitamine, Proteine... damit drin
00:21:56: habe, um eben
00:21:57: meinem Körper auch noch was Gutes zu tun.
00:21:59: Also das ist so eine Ebene auf der wir uns bei den Konsumentenbedürfnissen bewegen also schon eher tiefer reingehend.
00:22:05: Wir arbeiten aber viel mit Megatrends natürlich wo es von dir angesprochen
00:22:09: und schon mit drinnen
00:22:10: ist.
00:22:10: Also Digitalisierung Nachhaltigkeit auf einer erstmal sehr
00:22:13: globalen
00:22:14: Ebene.
00:22:15: Mobilität ist ein Thema was uns beschäftigt.
00:22:17: wie bewegen sich die Leute in Zukunft?
00:22:20: Vorrat, wir sehen Haushalte aus.
00:22:21: Was macht das eigentlich mit der Küche?
00:22:23: Wenn die Leute viel mehr essen nach Hause sich bestellen, brauche ich dann noch Kühlstreng, brauch ich da noch Lebensmittelverpackung?
00:22:29: Das sind natürlich alle Sachen, mit denen wir uns langfristig beschäftigen.
00:22:34: Ganz wichtig, weil diese Trends, die sind ja ziemlich einfach und manchmal ein bisschen kinderisch vielleicht aber für uns ist total wichtig dass wir dann genau ableiten was bedeutet dieser Trend unsere Produkte für unsere Kategorien.
00:22:50: Hat ja Johanna jetzt implizit schon immer gesagt, was Bedürzelt Kaffee und so weiter aber das auch in die Köpfe der Leute zu bringen nicht zu sagen Ja das sind die Mobilitätstrenzen der Zukunft sondern Was bedeuten sie für uns?
00:23:02: Das ist für uns immer so der Schlüssel dabei.
00:23:04: Glaub ich gern macht ihr das eigentlich auch für die eigene Haus sozusagen?
00:23:08: Produktion, interne Abläufe da tut sich ja nur auch einiges
00:23:12: Genau, das machen wir auf der einen Seite natürlich sowohl für produktverantwortliche Marketing verantwortlich.
00:23:18: Aber zu unseren Veranstaltungen und Formateln sind alle militare
00:23:22: Mitarbeiter
00:23:23: aus allen Abteilung allen Funktionsbereichen hierarchieübergreifend eingeladen.
00:23:29: Und das Beispiel mit den Fans Das bringen wir jetzt zum Beispiel über Trend Bücher in so ein Unternehmen rein.
00:23:34: da gibt es Workshop-Formate zu Da gibt's auch ein Trend-Dale zu wo wir uns wirklich ganz bewusst einen Tag mal rausziehen um uns damit ganz intensiv zu beschäftigen.
00:23:44: Da kann natürlich nicht immer jeder daran teilnehmen, aber deswegen gibt es auch immer noch mal kleinere Impulsformate wo wir genau versuchen alle ja alle Abteilungen und Funktionen zusammenzubringen.
00:23:54: Ich brauche das natürlich auch.
00:23:55: deshalb war so ein Wandel ja nicht immer leicht ist.
00:23:57: ne also da muss man natürlich auch gut und geschickt kommunizieren und wirklich alle mitnehmen oder?
00:24:03: Und
00:24:03: Ausdauer haben!
00:24:05: Ausdauern haben ja dazu führt... Ist das eigentlich ich stelle mir vor in so einem Home Office-Zeitalter.
00:24:11: Ich bin selber so ein Fall, der oft von vierzehn bis achtzehneunzend Uhr nicht arbeitet dafür sehr früh anfängt und abends noch viel macht.
00:24:19: wie gesagt ich bin jetzt Tee Trinker aber die Kaffeetringer wollen wahrscheinlich auch zu ganz anderen Uhrzeiten Kaffee trinken heute als früher vom Nine to Five Job oder merkte sowas auch.
00:24:30: Ja, das kommt auch mit dazu.
00:24:32: Wir sehen ja zum Beispiel auch dass der DECAF also Kaffee ohne Koffein oder weniger Koffeen immer mehr ein Thema wird weil die Leute eben Nachmittag spielten nachmittags nochmal einen Kaffeedrinken wollen.
00:24:43: Das sind alles auch alles Entwicklungen die wir sehen.
00:24:47: Okay was glaubt ihr?
00:24:47: Kommt auf euch in den nächsten Wochen und Monaten frage ich zum Abschluss noch mal gern zu!
00:24:51: Also was sind eure großen Themen?
00:24:55: vermutlich kann man sowas Planfragen zeichnen in den Nächstenquartalen.
00:25:00: Wir haben natürlich einige Projekte, die am Laufen sind und das werden auch weiterhin unsere Themen sein.
00:25:07: Wir beschäftigen uns ja auch mit künstlicher Intelligenz.
00:25:12: Da haben wir einen Digitalisierungsteam für das ich mit verantwortlich bin, dass zum Beispiel auch etwas welche Geschäftsmodelle kann man vielleicht denn damit noch in Verbindung bringen oder neue Geschäfts-Modelle?
00:25:25: erschließen.
00:25:26: Das sind natürlich auch so große Fragestellungen, wie wir KI ins Unternehmen bringen ist ein anderes Thema, da wollen wir jetzt nicht drüber sprechen.
00:25:32: aber hier für den Innovationsbereich gucken wir ja auch, wie kann man das nutzen?
00:25:36: Wo hilft das?
00:25:37: Das wäre so ein Thema.
00:25:39: jenseits von Projekten sag ich mal was uns durchaus beschäftigt und was die nächsten Wochen oder Monate ansteht und wichtig ist.
00:25:47: Johannes füllt denn noch etwas anderes ein.
00:25:49: Die Projekte, die wir haben machen wir natürlich weiter
00:25:52: und
00:25:53: on top beschäftigen
00:25:54: wir uns
00:25:55: aktuell auch intensiv genau mit diesen Konsumententrends.
00:25:58: Weil wir da ja auch ein Update wieder rausbringen wollen nachdem sich jetzt die letzten Jahre wie eine sehr starke Kaufzurückhaltung natürlich auch gespürt haben.
00:26:08: in allen Branchen wollen jetzt eben verstehen was bewegt die Konsumenten in den nächsten fünf bis sieben Jahren?
00:26:15: Und da liegt aktuell ganz großer Fokus darauf.
00:26:18: Da bin ich gespannt.
00:26:19: Alles Gute euch dabei und vielen Dank für das Gespräch!
00:26:23: Danke dir!
00:26:24: Ja, vielen Dank, Thorsten
00:26:26: Und auch Ihnen die Behörerinnen und Hörer danke fürs dabei sein.
00:26:29: Ich sage wie immer bleiben Sie gesund und erfolgreich bis zur nächsten Folge.
00:26:32: Tschüss
00:26:33: Das war Markt- und Mittelstand
00:26:35: der Podcast.
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