Events, die wirken: Welche Details entscheidend sind

Shownotes

Firmenevents sind für viele Unternehmen ein wichtiges Instrument – doch was macht eine Veranstaltung wirklich erfolgreich? In dieser Folge spricht Host Thorsten Giersch mit Rüdiger Flörks, Leiter Corporate Events im Gibson Club in Frankfurt, über Trends, Erwartungen und typische Fehler bei Corporate Events.

Flörks bringt Erfahrung aus über 1.000 Veranstaltungen mit und zeigt, warum es heute weniger um große Budgets und aufwendige Inszenierung geht, sondern um funktionierende Abläufe und echte Erlebnisse. Vom ersten Eindruck an der Tür über Catering und Dramaturgie bis hin zur Musik entscheidet jedes Detail über den Erfolg.

Auch die Rolle von Emotionen, Überraschungsmomenten und moderner Technik kommt zur Sprache – ebenso wie der Wandel bei Erwartungen von Gästen und Unternehmen.

Ein praxisnaher Einblick für alle, die Veranstaltungen nicht nur organisieren, sondern gezielt als Kommunikationsinstrument nutzen wollen.

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Markt und Mittelstand, der Podcast.Deutschlands Stimme für Familienunternehmen.Aktuelles und Zukunftsthemen rund um den Motor der deutschen Wirtschaft.Mit Torsten Girsch.

Wir kommen zur nächsten Folge unseres großen Schwerpunktes in diesen Wochen, nämlich Kommunikation im Mittelstand. Wir sprachen mit Jannis Johannmeier von den Trailblazers über die neuen Wege, die es hier gibt und worauf es ankommt, mit Kai Niehues über das ganze Thema Ranking und wie wir ermittelt haben, wer Kommunikation unter den 100 wichtigsten Mittelständern am besten macht in zehn Kategorien.

Wir sprachen über Podcast als Distributionsmittel und wann es angesagt ist. Und heute geht es um Veranstaltungen, also Firmenevents, wo man Kunden, andere Stakeholder zusammentrommelt, natürlich auch potenzielle Kunden, um mit ihnen eine gute Zeit zu verbringen, sie zu informieren, emotionalisieren, auf jeden Fall von sich zu überzeugen. Und jemand, der sich damit sehr, sehr gut auskennt, ist Rüdiger Flörcks. Er ist Leiter Corporate Events beim Gibson Club. Wer aus Frankfurt oder Umgebung kennt, kommt, kennt den auf jeden Fall. Einer der bekanntesten Clubs und, na ja, Locations, sagt man ja so schön, für solche Fälle und er hat 'ne Menge Erfahrung und Learnings parat. Ich freue mich sehr auf dieses Gespräch. Rüdiger, grüße dich. Hallo.

Hallo, grüß dich, Torsten.Schöne Grüße aus Frankfurt.

Ja, da hört man ein bisschen auch das Hessische raus, oder?

Ja, das Hessische, das ist ein hessischer Lifestyle, der gehört ja zu. Ja, du weißt, kennst ja bestimmt den berühmtesten Satz, ja: „Alle Hesse sind Verbrecher, denn sie klauen Aschenbecher." Ja, und irgendwie diese Zischlaute beim SCH, ja, die gehören irgendwie zur feinen Wortwahl einfach dazu, ne.

Ich würde jetzt auch nicht behaupten, dass ich als Ruhrgebietler komplett Hochdeutsch spreche. Also, und ich hab ja auch mal in Frankfurt gewohnt. Also insofern kenn ich auch den Gibson Club. War, äh, ist ein bisschen was her, als ich da war, aber ich hab ihn neulich auch wieder besucht, weil ihr macht eine Menge Firmenveranstaltungen.

Aber sag vielleicht mal zwei, drei Sätze, bevor wir medias res gehen, über den Gibson Club. Ähm, wer seid ihr? Was macht ihr da?

Ja, wir sind der Gibson Club in Frankfurt. Wir sind ein sehr, sehr oder beziehungsweise haben einen sehr, sehr erfolgreichen Club, auf den ich auch sehr stolz bin, weil es in Zeiten wie diesen sehr schwierig ist, ein Clubkonzept umzusetzen, das noch erfolgreich ist.

Und warum sind wir erfolgreich? Weil wir unsere Entertainment und unsere Shows in den Vordergrund stellen. Wir sind nicht nur ein Club, wie das früher war, in dem laute Musik läuft und Leute tanzen, sondern wir legen sehr viel Wert auf Entertainment und Emotionen und das haben wir sozusagen in unserer Grund-DNA drin. Bei der Technik beginnend bis hin über zu Mitarbeitern, Künstlern, ist Emotionalität zu schaffen, 'ne gute Zeit zu schaffen, ist das, was uns ausmacht.

Und vielleicht noch ein paar Sätze über dich.Dein Titel lautet, wenn ich's richtig recherchiert hab, Leiter Corporate Event.Ähm, wie wird man so was?

Ja, wie wird man so was? Ich bin ja schon ein bisschen älter.

Ich bin tatsächlich ein gelernter Kaufmann und hatte das Glück, dass damals, als ich, äh, Kaufmann wurde, unwahrscheinlich viel in meine Ausbildung investiert wurde. Ja. Also ich komme eigentlich aus der Unterhaltungselektronikbranche und hab extrem hochwertige HiFi-Anlagen verkauft. Und auch das hat natürlich schon so 'n Link mit Musik, Kreativität zu tun und bin dann da durch Zufall im Event-Business vor 28 Jahren geblieben. Und ja, und seitdem bin ich dabei. Das muss ich auch erwähnen, ist bisschen was Besonderes bei mir: Es gibt sehr, sehr viele Eventmanager in Deutschland, aber meine wirkliche Spezialisierung ist, Corporate Events im Club durchzuführen. Ja, da hab ich weit über 1000 Veranstaltungen gemacht, meist sehr hochrangige Unternehmen, ja. Und das ist das, worauf ich mich ein bisschen spezialisiert hab und deswegen bin ich auch so lange dabei geblieben. Ähm, das ist einfach mein Ding, das macht mir Spaß und ich weiß vor allen Dingen, wie's funktioniert und das ist das Wichtigste. Ich bin souverän in dem, was ich tue.

Bevor wir zu den Details kommen, wann es in Clubs funktioniert und wann nur halb gut und worauf's bei euch ankommt. Aber noch mal vielleicht: Was sind deine Argumente, dass du Unternehmen sagst, die sagen, ich möcht 'n Firmenevent machen?

Wie kriegst du die in den Club rein? Also für welche Zwecke, sag ich mal so, Unternehmensgrößen, was auch immer da 'ne Rolle spielt, ist es sinnvoll, eine Firmenveranstaltung in einem Club wie dem Gibson Club zu machen?

Na klar. Also da muss man einfach mal anfangen: Wie bekomme ich die Menschen in den Club rein? Heutzutage hab ich ein gewisses Budget, das ich verwalten möchte beziehungsweise verwalten muss, ja. Äh, die meisten Leute oder die meisten Companies wollen sehr, sehr hochrangige Events veranstalten, haben aber dafür nur ein reduziertes Budget. Und deswegen ist es genau der Ansatzpunkt, warum er im Gibson wichtig ist.

Ich bin eine komplett, also wirklich eine komplett ausgestattete Location hab ich an meiner Seite. Ja. Es ist alles drin, von Technik über Entertainment über auch Mitarbeiter, eigenes Personal. Wir haben allein 180 Mitarbeiter im Gibson Club und dadurch hab ich natürlich 'n ganz großen Vorteil: Ich kann wesentlich kosteneffizienter arbeiten als die klassische Off-Location, die immer alles zumieten muss. Und ich habe einfach die Struktur eines professionellen Clubs. Und das ist 'ne Sache, die, äh, extrem hilfreich ist bei Corporate Events. Äh, da muss ich jetzt auch zwei, drei Sachen dazu sagen: Wir sind kein normaler Club, bei dem nur getanzt wird. Wir sind ein sogenannter Table Club. Table Club bedeutet, es gibt Tischplatzreservierung bei uns. Und da wir sehr stark mit Tischplatzreservierung arbeiten, haben wir einen sehr hohen Anspruch und sind auch entsprechend aufgestellt. Das heißt, der Unterschied zwischen einem ClubabendUnd einem Corporate ist nicht so groß, wie viele Menschen sich das vorstellen. Und ich sage immer zu meinen Kunden, es gibt, äh, ich habe sozusagen drei Abende in der Woche Zeit, um ihren Event zu testen und das machen wir tausendfach schon seit dreizehn Jahren. Wir sind einfach eingespielt und das ist heute ein ganz, ganz wichtiges Thema, dass wir diese Abläufe, die sind und sozusagen, wir können die jede Sekunde abrufen und das macht 'n großen Vorteil, ja, weil ich einfach 'ne komplett ausgestattete Location bin und nicht nur Club. Und deswegen vermarkten wir das auch immer bis und es gibt 'n Corporate und gibt's 'n Club. Das gehört natürlich zusammen, aber ich möchte halt auch als, äh, Corporate Location wahrgenommen werden und nicht nur als Club, der Partys macht. Und deswegen machen wir auch ganz unterschiedliche Konzepte, die wir umsetzen bei uns.

Wie groß muss 'ne Veranstaltung sein, damit sich das lohnt, damit Firmen bei euch reinkommen?Also Gästezahl oder so, könnt ihr das skalieren?

Ja, können wir. Also im Prinzip könnten wir mit hundert anfangen, ja, aber die meisten, die kleinen, die wir anfangen, sind so hundertfünfzig aufwärts bis tausend Personen, ja.

Und der Club hat ja 'n bisschen spezielleres Innendesign mit so leichten Abstufungen und Mobiliar, was eingebaut ist, dass selbst bei kleinen Veranstaltungen ab hundertfünfzig Personen das jetzt nicht, äh, zu groß wirkt und die Menschen verloren gehen. Wir können das skalieren mit bisschen Möbeln und entsprechend hundertfünfzig bis tausend funktionieren wunderbar.

Und dann 'n bisschen Bühnenprogramm vorne.

Bühnenprogramm ist meistens ein Teil davon, also zumindestens Bühnenprogramm im, im, im, im Rahmen von Moderation, von Shows und sonstigem bis hin zum Entertainment. Genau, das ist auch wieder 'n Vorteil.

Habe ich alles eingebaut. Ich habe die ganze Technik da und das ist extrem hochwertig und auch unsere Technik, die aktualisieren wir alle paar Jahre. Ja, also wir sind nicht 'n Club, der irgendwann mal vor dreizehn Jahren angefangen hat und wir stauben nur ab, sondern alle zwei bis drei Jahre wird der Club komplett überarbeitet, was die Technik und die Ausstattung angeht.

Was für Events sind das? Sind das Kundenbespaßungs-, äh, Ziele, die da sozusagen erreicht werden, Kundenbindung sozusagen?

Ähm, darüber werden sich ja, werdet ihr euch ja sicher auch unterhalten, ne. Oder verändert das auch den, den, das Feeling eines Abends, welchen Zweck so eine Veranstaltung für den jeweiligen Unternehmenskunden dann, dann dient?

Ja, das ist schon richtig, was Du sagst. Also erst mal ist es so, ich sag mal so, vor 'n paar Jahren waren wir als Gibson Corporate Clubbing. Das war unsere große Überschrift. Wir haben eigentlich wirklich nur Entertainment-Veranstaltungen gemacht, sei es jetzt zur Kundenbindung, zur Mitarbeitermotivation, Weihnachtsfeiern, Jubiläum et cetera, et cetera.

Das hat sich aber geändert. Also wir sind mittlerweile von einem Club, ich sagte es eben schon mal, im Ansatz sind wir wirklich zu 'ner Event-Location gemorpht, ja. Und wir setzen mittlerweile fast alle Konzepte um. Also von 'ner einfachen Tagung über 'ne Produktpräsentation, Mitarbeitermotivation oder Clubbing können wir alles umsetzen, wenn es von der Personenzahl räumlich bei uns reinpasst. Das heißt also, 'ne Tagung ist bei zweihundertfünfzig sinnvollerweise, also zweihundertfünfzig Personen sinnvollerweise Schluss. Im Clubbing gehen wir hoch bis tausend Personen.

Welche Trends siehst Du bei der Durchführung einer Veranstaltung? Also fangen wir vielleicht mal mit Getränken und Essen an.

Also gab's da Veränderungen oder gibt es etwas, wo du sagst, na, da, da haben einige noch falsche Vorstellungen, das sollte 'n Unternehmen wissen, die Events durchführen wollen?

Na ja, ich muss sagen, da gibt's wirklich 'n Trend und der Trend geht zur Reduktion, was bei Speisen angeht. Ja, das kann man zum Beispiel mal ganz klar sagen. Ja, also ich hab früher mit 'm Sternekoch zusammen Events gemacht und ich sag mal, vor 2000, vor 2000, 2004 bis 2008, bis die große Bankenkrise kam, hat 'ne Speise bei mir hundertsiebzehn Euro netto, das war 'n Sonderangebot. Ich hab Speisen bis hundertneunundsiebzig Euro verkauft für nur mehr zwanzig Jahr. Heutzutage bewege ich mich zwischen neununddreißig Euro und, äh, vielleicht mal neunundneunzig, wenn's wirklich mal in den, wirklich großzügig kalkuliert ist.

Der Fokus ist heute anders, ja. Und ich sage auch immer ganz bewusst, die, die Speise muss im Gegensatz zu früher, wo früher alles sehr prunkvoll sein müsste mit Sternenküche, Molekularküche und so weiter, muss sie heute einfach schmackhaft sein und gut funktionieren, ja. Bei Getränken ist es ähnlich, ja. Man geht 'n bisschen weg. Früher war Kost, das was es wolle, alle Getränke wurden angeboten, wird das heute bisschen reduzierter gemacht, ja. Weil, das kann ich, glaube ich, sagen, man heute auch viel mehr unter Beobachtung steht und die meisten Firmen sich das einfach gar nicht mehr das erlauben wollen, was sie können, weil sie Angst haben, sie werden als dekadent, verschwenderisch, gerade bei 'ner AG, ja, da wird für 'ne Firmenfeier, äh, werden die Aktionärsgelder verschwendet, weil's Kaviar gibt. Diese Trends sind nicht mehr da. Es muss gut sein, aber eher begroundet und vor allen Dingen das große Wort ist Fusion, ja. Fusion, vegan, vegetarisch, das sind die großen Worte. Und wenn man das bietet mit Konzepten, die gut funktionieren, erreicht man heute eigentlich alle am Markt.

Für die, die nicht voll in der, äh, G-Restaurant oder, äh, Eventbranche sind, Fusion heißt genau?

Ja, Fusion heißt letztendlich internationale Speisen. Das heißt also, ich hab 'ne italienische Vorspeise, ich hab 'ne indische Hauptspeise, ich hab, äh, 'ne deutsche Nachspeise.

Jetzt einfach mal ganz einfach gesagt, da werden sozusagen alle Kulturkreise und, und, und, und alle, ähm, Ausrichtungen, die man so haben kann beim Essen, werden versucht zusammen zu verbinden. Es ist eher so, ich sag mal so 'n bisschen Street Food, das ist das, was die Leute heute wollen, ja. Kommunikative Speisen, ja, ein Schälchen, eine Gabel, ich kann alles locker beim Gespräch, beim Get-together, ähm, verspeisen und es ist nicht mehr so aufwendig wie früher.

Okay, wenn der Fünf-Sterne-Koch nicht mehr sein muss, woran sollte man denn auf keinen Fall sparen?Was ist wichtig, damit 'n Event gelingt?

Also ich sage jetzt mal, das Allerwichtigste ist, ein Event beginnt quasi an der Tür und das unterschätzen viele. Also wenn du magst, ich sage jetzt einfach mal fünf Punkte, die quasi bei jedem Punkt von, bei jedem Event von großer Bedeutung sind. Beim Entertainment, äh, Event noch ein bisschen mehr als bei einer Tagung, aber die fünf wichtigsten Punkte für einen guten Event: Die Tür, die Eingangssituation muss perfekt funktionieren, ja. Es darf nicht zu langen Warteschlangen kommen. Ich brauche freundliche Hostessen, ich brauche, äh, wirklich gute Security, die entsprechend auch gentlemanmäßig aussehen. Und das ist schon mal der erste Punkt.

Das ist der Erstkontakt. Diese Abwicklung ist super wichtig. Der zweite Punkt: Die Garderobe muss immer funktionieren. Das wird bei allen total unterschätzt, ja. Die Garderobe muss auch schnell gehen, die muss zügig gehen. Und dann kommt der wichtige Punkt und jetzt kommen wir schon zur Emotionalität rüber. Wenn die Menschen den Club, den Hauptraum betreten, dann gib ihnen optimalerweise 'n Welcome Drink und 'ne Kleinigkeit zu Essen. Der Welcome Drink, der beruhigt sie und das Kleinigkeit zum Essen sorgt dafür, dass sie nicht ganz so hungrig sind und auch noch ein bisschen Zeit haben, je nachdem, wann das Speisenkonzept umgesetzt werden soll. Und dann eben schon mal gesagt beim Catering wichtig: Das Catering muss gut sein. Es muss nicht sehr gut sein, aber es muss gut sein. Aber das Allerwichtigste ist, es muss perfekt funktionieren. Keine lange Warteschlange, es muss gut ausgeschildert sein, dass die Menschen essen, Allergene und so weiter. Das sind alles so Themen. Hat früher niemanden gejuckt, heute super wichtig, ja. Und wenn ich diese Punkte schon mal abgewickelt hab, dann brauchen wir einfach nur noch eins für 'ne gute emotionale Veranstaltung: 'n guten DJ, der ein guter Dienstleister ist. Ich sag's immer leger, der Hits mit Fritz spielt, ja, und einfach versucht, Event ist ja immer, sag ich mal, von fünfundzwanzig bis fünfundfünfzig, in dieser Spanne Musik so zusammenzuspielen, dass jeder sich in der Musik wiedererkennen kann. Und dann noch ein bisschen Alkohol dazu und alle gehen raus und sagen: „Das war ein erfolgreicher Abend", und es hat die Leute abgeholt. Und das sind ganz, ganz wichtige Punkte. Und, ähm, ich würde ein Event zum Beispiel auch nicht so überproduzieren, sondern mich auf diese Punkte reduzieren, Inhalte transportieren. Das kann man mit Moderation machen, das kann man aber auch mit Technik machen. Wir haben ja auch überall LED-Panels eingebaut, aber das sind die wichtigen Punkte. Wenn die perfekt ablaufen, dann geht jeder raus und sagt: „Das war ein unfassbar schöner Abend. Es hat total Spaß gemacht." Und das ist ja das Wichtige dabei, ja.

Die Optik komme ich noch mal drauf.Genau.Ihr habt auch viel investiert, habe ich in der Vorbereitung gelesen, in Illumination, in die Beleuchtung.Warum ist das so wichtig?

Na ja, ich habe einfach da 'ne Möglichkeit. Ich kann eine Location-- Im Prinzip sind wir erst mal, sagen wir mal, wir haben ein bisschen Mauerwerk und wir haben ein paar schwarze Wände. Ja, das haben tausend andere Locations auch weltweit. Nichts Besonderes.

Aber mit dieser großen LED-Technik kann ich Welten aufbauen. Und im Prinzip im, im sekündlichen Wechsel kann ich, sage ich mal, ähm, von einer winterlichen, winterlichen Landschaft oder einer Produktpräsentation in eine Partyatmosphäre übergehen, ja. Ich kann ohne groß zu investieren, kann ich permanent die Optik meiner Location ändern und den Kundenwünschen anpassen. Und da ist wieder immer wieder das große Thema: Es wird heute aufs Geld geschaut. Früher ga-gab es viel mehr Budget, für Dinge herzustellen, ich sag jetzt mal, wie Aufsteller, Roll-ups und was man sonst so an Dekoration machen kann. Das kann ich alles digital machen und das ist was, mit dem ich einfach meine Location permanent wandeln und ändern kann. Und das funktioniert extrem gut, weil dadurch, dass ich es am Wochenende nutze, kann ich das zu sehr fairen Konditionen auch im Gesamtpaket anbieten.

Lass uns vielleicht mal kurz die Erfahrung zusammenwerfen. Ihr habt ja auch mit ein paar Fahrer, mit Events ein bisschen zu tun gehabt, aber aus der anderen Ecke sozusagen.

Wann ist ein Besucher einer Veranstaltung nachher happy? Ähm, was sollte das Ziel sein, was er bekommt? Ich gebe mal ein Stichwort: Überraschendes. Also Überraschung.

Genau. Und da sage ich: „Weißt du, das ist bei uns 'ne psychologische Geschichte. Das ist schon mal 'ne super Überraschung für die Menschen, die den Club nicht kennen." Du gehst erst mal über die Zeil, das ist die Fußgängerzone, die hat 'ne spezielle Optik. Dann kommst du in das Foyer eines alten Kinos. Das hat noch diese Kinooptik mit Schaukästen, ja. Und dann, jetzt kommt's: Die ersten, ich muss jetzt mal schätzen, zwanzig Stufen gehst du, ähnlich wie bei einem Kirmesgeschäft, in eine schwarze Ungewissheit hinein, ja. Und ich höre das immer wieder total gerne. Und da sagen viele Menschen, wenn ich oben und: „Um Gottes willen, in was für ein Loch haben wir uns hier denn da reingeholt?" Ja, und da sind sie erst mal beunruhigt, ja.

Und das ist aber genau der Effekt, der super ist, ja. Dann gehen sie nämlich ein paar Sch-Schritte weiter und dann sehen sie schon mal 'ne goldene Wand, auf der ganz groß in die Wand eingemeißelt ist: „The Club at Last". Erstes positives Effekt. Da merken sie: Okay, ist ja doch nicht nur alles schwarz. Und dann gehen sie runter, eigentlich auf unsere Hauptebene, wo der Hauptbereich des Clubs ist, und dann sehen sie unsere ganze Technik. Sie sehen diese bunten Wände, sie sehen die Möbel, sie, sie, sie sehen einfach, sie kommen da in eine komplett andere Welt hinein. Und das ist die Überraschung, die sie erleben halt. Sie würden es überhaupt gar nicht erwarten, dass ein Club so ausgestattet ist wie wir und so viel Technik da drin hat und so viel freundliche Menschen und professionelle Menschen, die auch da arbeiten. Und das holt sie extrem ab. Und das ist auch für mich ein Punkt, der sehr wichtig ist. Wir schauen draußen in die Welt. Es gibt jeden Tag negative Nachrichten, alle Menschen sind beunruhigt und ich kann die Menschen mal für ein paar Stunden und sei es jetzt in einer Entertainment-Welt oder in einer Markenwelt abholen und kann ihnen einfach mal ein bisschen andere, ähm, positive Dinge vermitteln und sie mal den Alltag vergessen lassen. Und das funktioniert extrem gut. Und das ist die Überraschung, mit der wir immer arbeiten.

Okay, Bilder bleiben natürlich hängen im Zusammenhang. Wie wichtig ist, ähm, ich weiß nicht, arbeitet ihr auch mit Leinwand?

Wie-- Was ist deine Erfahrung, was das Thema Video angeht? Bewegtbild, äh, jetzt mal ganz allgemein gesprochen, bei Produktpräsentationen, bei anderen Abenden. Ich erlebe solches und solches, sage ich mal ganz vorsichtig.

Ja genau, das ist solches und solches. Ich sag mal, wenn das richtig gemacht wird, kann ich natürlich die Menschen extrem abholen mit Bewegtbild. Ja, ich muss es halt richtig machen. Und jetzt zum Beispiel bei uns, du sagtest Leinwand, wir brauchen keine Leinwand. Wir haben eine riesige über zwölf Meter breite LED-Panel vorne. Wir können das alles digital machen. Aber hier liegt jetzt auch eine gewisse Kunst da drin. Ja, wenn ich jetzt Gäste habe, Mitarbeiter oder Kunden, whatever, ich darf sie auch nicht langweilen. Das heißt, der Content, der muss bewusst eingesetzt werden und er muss auch gut produziert werden. Also ich sage jetzt mal, eine, 'ne PowerPoint Show in, in, in sozusagen in der, äh, in der Basisprogrammierung, damit kann ich auch sehr schnell dafür sorgen, dass so eine Veranstaltung extrem ins Langweilige umschlägt.

Und wenn ich so was gut produziere, hole ich die Menschen ab. Und wie du auch schon sagtest, Bewegtbild, das bleibt in Erinnerung und deswegen ist es sehr wichtig. Aber auch nicht zu viel davon. Und wenn wir es jetzt zum Beispiel bei uns im Club machen, wenn Entertainment gewünscht ist und empfehle ich ganz klar, am Anfang transportieren wir die klaren Inhalte deiner Company oder deiner Marke. Aber dann später, wenn wir ins Entertainment übergehen, faden wir das total aus und stellen nur noch die Emotionen, das positive Erlebnis vom Entertainment in den Fokus und arbeiten nur noch minimal mit Logos oder sonstigem halt. Das muss man wirklich sehr geschickt und sehr bewusst einsetzen, weil nur mal das zu sagen, wir haben eine Fläche von achtzig Quadratmeter LED-Fläche und das ist natürlich viel und damit kann ich wunderbare Sachen mit anstellen, kann aber auch alles tot spielen damit. Und da braucht man schon sehr viel Erfahrung, um das sauber benutzen und einsetzen zu können.

Guter Punkt. Äh, du hast über das Personal, das ist natürlich auch ganz wichtig gesprochen, äh, wenn's beim Reinkommen eben.

Ähm, aber wie geht's weiter? Worauf sollte man achten, wenn na ja, oder worauf achtet ihr bei euren, euren People, die na ja, da auch für die Lächler im Gesicht sorgen und das natürlich viele Dienstleistungen vollbringen?

Ja, ich meine ein ganz, ganz wichtiger Punkt, das muss man einfach mal sagen. Ähm, in letzter Sind wir ein Club, wir sind Event, Überbegriff Gastronomie. Ja, wir sind erst mal sind wir ein großes gastronomisches Unternehmen und das bekommt jeder mit. In die Gastronomie möchte keiner mehr. Ja oder weniger.

Es ist nicht so, früher sind wir zugeschüttet worden mit Bewerbungen, mit Bewerbungen und selbst heute passiert es nicht mehr, obwohl wir der Club Nummer eins sind in diesem Bereich in Deutschland, ist es nicht mehr so hot. Entsprechend ist es sehr, sehr wichtig, sich das Personal auch sie zu motivieren, sich um sie zu kümmern und sie abzuholen halt, ja. Und wir versuchen natürlich, unser Motto The Club that loves auch für unsere Mitarbeiter so umzusetzen. Und das fängt natürlich mal bei den Basics an, die vollkommen klar sein sollten, wie zum Beispiel eine sehr faire Bezahlung und so weiter und so fort. Aber es ist auch wichtig, sie ans Unternehmen zu binden und deswegen machen wir halt als Arbeitgeber auch sehr viel. Das heißt also zum Beispiel ist noch nicht so lange her, da haben wir ein ganzes Flugzeug gemietet und haben alle Mitarbeiter vom, vom Gibson in dieses Flugzeug gesetzt und sind mit denen nach Ibiza geflogen und haben dann auf unsere Kosten auf dem Segelboot mal drei Tage Entertainment erleben können.

Dürften auch mal feiern und sich verwöhnen lassen.

Es ist ja auch so, weil es ist so, auch das denken wenige. Ja, wir sind die, die die Menschen zum Feiern bringen. Wir selbst leben eigentlich, wenn man mal von den Arbeitszeiten absieht, kerngesund. Wir haben gar keine Zeit, selbst zu feiern.

Und da ist auch mal wichtig, die Menschen mal abzuholen und denen einfach mal ein gutes Entertainment zu geben. Was wir halt auch machen, das sieht man jetzt, ach gut, das sieht man beim Podcast jetzt nicht. Hier im Hintergrund habe ich zum Beispiel eine sehr hochwertige Jacke hängen. Wir machen Special Editions mit, mit, ähm, wirklich hochqualitativen Herstellern. Wir verschenken mehrfach im Jahr, also Club-like, gar nicht mal Gibson-like, sondern Club-like Klamotten. Ja, und ich muss immer wirklich ihnen auch zeigen, du bist uns wertvoll, weil sie haben einen riesigen Job und das ist bei mir genauso wie bei jeder Servicekraft. In dem Moment, wo ich performe, wo ich live gehe mit meinem Event, spielt mein Leben keine Rolle. Ja, ich bin ein professioneller Dienstleister. Meine Mitarbeiter müssen professionelle Dienstleister sein. Das heißt, sie müssen mal, wenn an dem Tag vielleicht das Kind krank ist oder sonstiges, müssen sie das in diesem Moment auch in den Hintergrund schieben, sondern sie müssen professionell ihren Job machen. Und eine Dienstleistung sollte eigentlich immer positiv sich darstellen. Ja, und da gehören einfach solche Sachen dazu, dass wir uns um unsere Menschen kümmern und wir das Ganze sehr Family-like machen. Und das vielleicht noch am Rande. Da könnten wir jetzt einen extra Podcast drüber machen über Mitarbeitermotivation. Wie fängt es zum Beispiel schon an? Wir suchen neue Servicekräfte. Ja, und dann geht erst mal die Bewerbung bei uns hier oben im Büro rein. Dann gucken wir uns die Lebensläufe an und sagen wir eins, zwei, drei passt wunderbar. Dann machen wir Probearbeit mit ihnen aus und dann schicken wir es runter im Club. Und jetzt ein ganz wichtiger Punkt: Die Kollegen unten im Club bestimmen, wer den Job bekommt und nicht wir. Ja, weil es wichtiger ist, ein gutes Team zu haben als ein High Performer, der aber eventuell Egoist ist. Es ist manchmal besser, einen etwas Schwächeren zu nehmen, der in das soziale Gefüge reinpasst. Und dann natürlich noch ein wichtiger Punkt beim Event: Wir machen im Event extra Aufschläge, weil im Prinzip ist ein Event finanziell Nachteil für eine Servicekraft, weil sie bekommen kein Trinkgeld oder wenn, dann nur sehr reduziert. Und deswegen gibt es bei uns eine Bonuszahlung beim Event, je nach Laufzeit, dass sie auch im Prinzip ein ähnliches Geld verdienen wie am Club arbeiten, am Clubabend. Und das alles zusammen führt dazu, dass die Leute ihren Job wirklich richtig gerne machen. Und das ist sehr, sehr wichtig heute, ja.

Es gibt aber da immer am Ende jeder Feier einen unangenehmen Moment. Das würde mich jetzt neugierig einfach interessieren: Wie kriegt ihr die Leute dann auch bei einer Firmenfeier natürlich, da setzen die Unternehmen ja manchmal auch Uhrzeiten, nehme ich an, kenne ich zumindestens so.

Wie kriegt man die dann smart, äh, herauskomplimentiert? Das ist ja gar nicht so einfach immer, oder?

Das ist schön, dass du sagst, Thorsten. Smart ist nicht immer möglich. Ja, es kommt darauf an, welche Art von Veranstaltung. Und gerade wenn wir eine wirklich hochemotionale, ich sage mal Corporate Party gemacht haben und die Menschen eine richtig gute Zeit haben, die Gäste, dann gehen die nicht so gerne raus.

Ja, und dann fängt man halt an, ich sage jetzt mal, ein Uhr ist Schluss, ja und um ein und so um viertel vor eins fahren wir die Showelemente langsam runter, ja, und machen das Licht langsam heller. Aber noch nicht die berühmte Lichtpeitsche. So nenne ich ihr das immer. Ja, und irgendwann gebe ich dann das Kommando und sage: „Lichtpeitsche an". Wenn die Gäste so nicht gehen wollen, machen wir dann irgendwann wirklich ein besonders helles Licht an. Manchmal fließt es sehr gut und aber häufig ist es auch so, dass es nur mit extrem hellem Licht und Raus, und Rausschmeißen wir den Club auch wieder leer bekommen. Ja, das ist wirklich eine große Herausforderung. Da gibt es keinen Königsweg und es ist immer ein bisschen abhängig, welche Gesellschaft oder welche Gruppe Menschen ich an dem Abend gerade da habe.

Okay, ich freue mich, dass ich spätestens im Oktober wieder bei euch bin, äh, nämlich bei unserer Veranstaltung, aber wahrscheinlich auch schon noch mal eher. Hab, tatsächlich musste ich eben schmunzeln. Diesen Weg runter die Treppe, was du erzählt hast, so ging es mir auch. Dieser Überraschungseffekt. Ich war auch geflasht, gebe ich ganz ehrlich zu.

Besuchen Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, mal den Gibson Club. Lassen Sie sich einladen. Äh, wie auch immer, lohnt sich. Meine Meinung. Und Rüdiger, dir danke ich jetzt für all die Infos, die ja auch irgendwie dazugehörten zu dieser Folge. Danke schön.

Danke dir, Thorsten.Schönen Tag noch, gell?

Und liebe Hörerinnen und Hörer, danke auch Ihnen.Wie üblich sage ich zum Abschied: Mit und ohne Feiern bleiben Sie gesund und erfolgreich.Bis zur nächsten Folge.

Tschüss.

Das war Markt und Mittelstand: der Podcast.

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