Konzerne und Mittelständler leben nicht in verschiedenen Welten

Shownotes

Wie viel „Mittelstand“ steckt in einem globalen Konsumgüter-Riesen? In dieser Folge spricht Thorsten Giersch mit Gabriele Hässig, Geschäftsführerin für Kommunikation und Nachhaltigkeit bei Procter & Gamble (P&G) im DACH-Raum sowie Vorsitzende des Industrieverbandes Körperpflege und Waschmittel (IKW).

Sie gibt spannende Einblicke, wie P&G trotz seiner Größe agil bleibt und warum der Fokus auf den Menschen das wichtigste Fundament für Veränderung ist. Hässig räumt mit dem Vorurteil auf, dass Konzerne und Mittelständler in völlig verschiedenen Welten leben.

Unter dem Schlagwort der „konstruktiven Disruption“ fordert P&G bestehende Geschäftsmodelle immer wieder heraus, um für Konsumenten relevant zu bleiben.

Die Schwerpunkte dieser Folge:

Fachkräfte gewinnen mit TikTok: Wie P&G durch mutiges Ausprobieren neuer Kanäle die Bewerberzahlen verdoppeln konnte – ein Learning, das direkt auf den Mittelstand übertragbar ist.

Reverse Mentoring: Warum bei P&G die Jüngeren die Älteren mentorieren. Hässig erklärt, wie die „Erfahrungsintelligenz“ der Erfahrenen auf die „Möglichkeitsintelligenz“ der Gen-Z trifft.

Diversität als Business-Faktor: Warum eine Belegschaft aus über 60 Nationen und Geschlechtergerechtigkeit keine PR-Themen sind, sondern helfen, die Bedürfnisse einer vielfältigen Kundschaft besser zu verstehen.

Kreislaufwirtschaft & Kooperation: Ein konkretes Beispiel, wie P&G gemeinsam mit einem österreichischen Mittelständler eine weltweit neue Recycling-Technologie zur Marktreife gebracht hat.Standortrisiko Bürokratie: Hässig warnt vor den Folgen überbordender Regulierung.

Aktuell denken laut IKW-Daten 40 % der Branchenunternehmen über eine Auslandsverlagerung oder Geschäftsaufgabe nach.Erfahren Sie, warum Stillstand für Marken gefährlich ist und wie eine Unternehmenskultur beschaffen sein muss, in der jeder Mitarbeiter sein „ganzes Selbst“ einbringen kann, um Innovationen voranzutreiben.

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Speaker 0: Jetzt kommt 'n anderes schönes Wort, konstruktive Disruption. Ja, das heißt, wir wir wir fordern uns immer wieder heraus, dass wir die Art und Vasiver Geschäft machen, ändern. Was sich eben nicht ändert, ist der Fokus auf Konsument*innen, auf die Menschen, die unsere Produkte verwenden und gleichzeitig auf die Menschen, die wir unserem Unternehmen arbeiten. Das sind die Pfeiler, aber alles andere drumherum kann geändert werden.

Speaker 1: Markt und Mittelstand. Der Podcast. Deutschlands Stimme für Familienunternehmen. Aktuelles und Zukunftsthemen rund den Motor der deutschen Wirtschaft. Mit Thorsten Giersch.

Speaker 2: Auf den ersten Blick ist mein heutiger Gast weit weg vom Mittelstand, denn sie arbeitet bei Procter and Gamble, ist dort Geschäftsführerin für Kommunikation und Nachhaltigkeit im DACH Raum, aber sie ist eben auch Vorsitzende des Industrieverbandes Körperpflege und Waschmittel und das wissen wir alle, der ist natürlich sehr mittelständisch geprägt und ihr Denken auch, was sie zu sagen hat Richtung Personal und auch Nachhaltigkeit ist etwas, das durfte ich auf Veranstaltungen auch schon erfahren, was für Unternehmen jeder Größe sehr spannend ist. Ich freu mich sehr, dass Sie sich Zeit genommen haben. Gabriele Hässig von Procter und Gamble. Hallo.

Speaker 0: Hallo Herr Giers.

Speaker 2: Industrieverband Körperpflege und Waschmittel, IKW, Sie sind auch die Stimme vieler kleiner Firmen. Deswegen fang ich mal so an, wie wie geht es denn den Betrieben in dieser Branche im Moment?

Speaker 0: Unsere Produkte sind nach wie vor stark nachgefragt und die Umsätze entwickeln sich weiterhin positiv. Das ist erst mal schön, wenn man sich da da drauf bezieht. Allerdings haben wir doch zahlreiche Herausforderungen vor uns. Und darüber können wir natürlich jetzt weiter gern sprechen.

Speaker 2: Genau, reden wir vielleicht aber auch, wie sie zu lösen sind. Also worauf kommt es denn an damit Marken trotz der Herausforderungen, die wir grade haben, dann noch trotzdem rejustieren können? Weil viele Firmen, denen geht's ja gar nicht so schlecht, wenn ich das mal sage. Die die schlagen sich tapfer, platt formuliert.

Speaker 0: Absolut. Unsere Studien und die Daten zeigen, dass Schönheits- und haushaltsfähige Produkte nach wie vor Halt und Geben und Wohlbefinden unterstützen. Das heißt, wir sehen, dass die Produkte weiterhin stark nachgefragt sind. Wir sehen aber auch, dass unsere Unternehmen aktuell unter hohen Kosten und Belastungen leiden, wie auch unter der allseits beklagten überbordenen Bürokratie. Und das ist ganz schön dramatisch.

Denn wenn wir in die Mitgliedschaft reinschauen, dann haben wir Daten aus Erhebungen, die zeigen, dass aktuell 40 Prozent der Unternehmen über Auslandsbelagerung nachdenken, manche auch über Geschäftsaufgabe. Und wenn man das jetzt mal umrechnet in die Anzahl der Arbeitsplätze und den Wohlstandsbeitrag, dann bedeutet das, dass ungefähr über diese möglich möglichen Verlagerungen 5000000 Arbeitsplätze gefährdet sein könnten und 'n Wohlstandsbeitrag von 5000000000 Euro. Das heißt, es gibt eben diese 2 Seiten der Medaille. Auf der einen Seite weiterhin große Nachfrage der Konsument*innen in Deutschland und auch im Export. Auf der anderen Seite durch die Anforderungen und die Probleme natürlich schon eine Gefahr, dass aus dass Arbeitsplätze verloren gehen.

Speaker 2: Es gibt natürlich Positivbeispiele. Doktor Beckmann Group hatten wir jetzt ja auch neulich, da wird auch viel transformiert. Mhm. Dass das ja auch 1 Ihrer Steckenpferde ist. Ich ich stell die erste Frage dazu vielleicht mal so und auch 'n bisschen provokant, tun sich Konzerne, Sie kennen ja nun beide Welten sehr gut, etwas leichter mit Transformations- und Innovationsprojekten als der Mittelstand, den man ja eigentlich nachsagt, der agiler, aber vielleicht nicht so finanzstark.

Wie wie würden Sie das einordnen?

Speaker 0: Also bezüglich Transformation, da gibt's in in beiden Seiten Herausforderungen. Natürlich gibt's auch in Konzernen viel Abstimmungsnotwendigkeit. Und da kann im Mittelstand sicherlich manches agiler passieren. Aber beide in beiden Bereichen kann Transformation sehr gut gelingen, ja. Ich glaube, ganz wichtig ist, dass man sich sehr klar ist, wo seine strategischen Herausforderungen liegen und dann aber nicht nur viel Energie legt in einen super Strategie Plan zu haben, sondern die Menschen dabei mitnimmt und entsprechend dann auch die Transformationsleistung auf die Fläche bekommt, ja.

Und wenn ich da mal einfach mal ein Beispiel sagen darf, wir haben auch gesehen bei uns in unserem unserem Standort im Markt Heidenfeld, wo wir viele Ausbildungsplätze haben, dass wir neue Tools brauchen, Auszubildende anzusprechen. Und haben da mit mit TikTok als Kanal begonnen. Der Anfang war etwas schleppend, da wir gesagt haben, das das können wir doch alle selber, das machen die Auszubildenden alleine. Und ganz mit Bordmitteln reicht halt nicht. Und wenn man also sagt, man möchte hier 'n 'n Switch machen, man möchte gerne 'n neuen Kanal bedienen, dann ist es da eben auch wichtig, die entsprechenden Mittel einzusetzen.

Und das haben wir dann gemacht und haben gesehen, wir wir haben die Bewerberzahlen verdoppeln können. Und ich glaub, das ist 'n gutes Beispiel, was auch sehr relevant ist für Mittelstand, ja. Wenn wir in neue Bereiche reingehen wollen, dann muss man eben die Maßnahmenpakete so schwören, dass die Ergebnisse entsprechend auch sein können.

Speaker 2: Also mutig sein, manche aber auch schnell lernen da, ne? Grade das Beispiel TikTok zeigt das ja, oder?

Speaker 0: Exakt. Mutisein probieren, dann lernen und entsprechend die die die Erkenntnisse wieder umsetzen. Ich glaube, dann kann man dann kann man schnell lernen, sowohl als Konzern als auch als Mitglied.

Speaker 2: Das mit dem Mutigsein ist in Deutschland gar nicht mal so einfach, oder? Sie sind ja auch in einem weltweit tätigen Unternehmen da unterwegs. Also ich hab neulich in einem Kommentar noch geschrieben, weil ich das immer wieder auch hörte von Grenz Grenzgängern sozusagen zwischen USA und Deutschland. Na ja, wir wollen hier alle mutig sein, aber wenn ich meine Projekt Führungskraft dann wieder rauswerfen muss, weil es einfach nicht so funktioniert, dann hab ich hier 'n Kündigungsschutz. Also ich sag mal, bei allen Ehren für die deutsche Situation da, aber es sind manchmal doch die Seite, die doppelte Seite der Medaille oder?

Speaker 0: Es gibt sicherlich Standortbedingungen, die sehr positiv in Deutschland sind und andere, die herausfordernder sind, ja. Das das ist bestimmt so. Wir haben eine große Stärke in Deutschland und das ist die Ausbildung unserer Mitarbeitenden. Und wenn man nicht nur in die Ausbildung investiert, sondern auch in die Weiterbildung, dann haben wir viele Möglichkeiten, auch mit bestehenden Mitarbeitenden ganz neue Bereiche zu erschließen. Und ich glaube, auf diese Stärke sollten wir uns auch mehr fokussieren.

Speaker 2: Okay, dann tun wir das. Also Ausbildung spannendes Thema. Wir hatten McDonald's noch nicht dazu, zu Gast, dass Sie da ja auch viel machen natürlich. Ich, ist ja nicht nur so, dass es immer der typische deutsche Wirtschaft ist, aber fühlen Sie sich da auch 180 Jahre alt Projekt und Gammel, auch son bisschen als Familienunternehmensmess hier in Deutschland als Traditionsunternehmen?

Speaker 0: Wir sind sicherlich kein Familienunternehmen mehr. Ich glaub, das wäre das wäre nicht richtig. Wir haben als Familienunternehmen begonnen. Das stimmt vor mehr als 180 Jahren und haben uns dann über die Jahrzehnte natürlich weiterentwickelt. Aber was von Anfang an gleich geblieben ist, ist der Fokus auf den Mitarbeitenden und auf auf unsere PVPs, unsere Purpose Valison principles, die da sehr stark basiert sind, auch auf Prinzipien wie Leadership, Ownership, Integrität.

Alles alles Werte, die heute noch topaktuell sind und die natürlich auch als Grundlage haben, dass die Mitarbeitenden die sind, die die Leistung für die Konsument*innen bringen. Und ich glaube, da drauf basiert sind wir auch weiterhin sehr erfolgreich. Das heißt, die Mitarbeitenden, mit denen fängt alles an und mit denen geht entsprechend alles weiter. Und die sind die Basis für, jetzt kommt 'n anderes schönes Wort, konstruktive Disruption, ja. Das heißt, wir wir wir fordern uns immer wieder heraus, dass wir die Art und Vasiver Geschäft machen, ändern.

Was sich eben nicht ändert, ist der Fokus auf Konsument*innen, auf die Menschen, die unsere Produkte verwenden und gleichzeitig auch die Menschen, die wir unserem Unternehmen arbeiten. Das sind die Pfeiler, aber alles andere drum herum kann geändert werden.

Speaker 2: Interessant, wie Sie das sagen. Es ist fast wortgleich zu Christoph Werner, dem Chef von dm, der das vor wenigen Wochen hier im Podcast genauso sagte. Idealerweise fangen ja Menschen jung an bei einem Unternehmen als Auszubilden. Sie haben's eben schon erwähnt. Und da stellt sich natürlich die Frage, für große lohnt sich Ausbildung noch?

Weil wir haben da ja echt 'n Thema und wann ist sie auch erfolgreich? Was haben Sie für Prinzipien da entdeckt?

Speaker 0: Die Ausbildung lohnt sich extrem, ja. Wir haben bei uns in Deutschland ungefähr 140 Auszubildende jedes Jahr und dazu kommen noch Menschen in duale Ausbildung und natürlich fangen viele Menschen bei uns nachm Studium an. Ich selbst bin jetzt 35 Jahre, mehr als 35 Jahre bei bei Doktor und Gamble direkt nachm Studium angefangen und hab natürlich auch in der Zeit unglaublich unterschiedliche Themen und Verantwortungsbereiche leiten dürfen. Und mich freut jeden mich freut jeden Tag, dass ich neue Dinge lernen kann. Also dieses Weiterlernen ist einfach unglaublich wichtig.

Und für uns als Unternehmen lohnt sich extrem, in Ausbildung und Weiterbildung zu investieren.

Speaker 2: Und dann natürlich nicht einfach die Leute nur laufen zu lassen. Reverse Mentoring ist ein Tool, Mhm. Das sie auch nutzen, grade auch mit, was das, na ja, die Zusammenbringung der verschiedenen Alterskurorten angeht. Hab ich das richtig verstanden?

Speaker 0: Absolut. Beweis Mentoring ist 1 der Tools, was Sie anwenden, damit Jung und Alt in neuer Form zusammenkommen kann, ja. Da geht's einem einfach drum, dass die Erfahrungsintelligenz der Älteren mit der Möglichkeitsintelligenz der Jüngeren zusammenkommt, ja. Und da geht's nicht nur einfach die Trendthemen wie digital oder AI, die in aller Munde sind. Natürlich geht's darum auch.

Aber es geht erst mal drum, dass die, die länger dabei sind und möglicherweise in sogenannten höheren Positionen sind, die Welt und die Möglichkeiten durch die Augen von jungen Menschen sehen. Und bedeutet, dass die junge Person der Mentor ist und die ältere der Mente. Das heißt, wir drehen das rum. Und das ist auch wichtig, dass man in diesen Beziehungen das richtig lebt, damit man nicht sone in diese klassische alte Rolle wieder zurückfällt. Und da lernt man ganz Erstaunliches wieder, ja.

Denn wir alle gehen davon aus, ganz automatisch, wir alle haben Bias, dass dass das so ist, wie wir's damals erlebt haben, als wir begonnen haben. Und man weiß rational, dass das nicht so ist, aber trotz allem ist das einfach der der Bias, der einfach durch die eigene Erfahrung geprägt ist. Und wenn Menschen heute bei uns neu beginnen und damit sozusagen der der Mentor sind für für die Älteren, dann bringen sie die Sichtweise, also eine ganz andere Sichtweise mit auf vieles, was wir im Unternehmen immer schon so getan haben. Und es ist so erfrischend mit jeweils als Mente mit seinen Mentoren die Welt neu zu entdecken. Gleichzeitig hilft es natürlich auch den Mentoren, etwas ihre Grundannahmen zu hinterfragen.

Und dann stehen einfach fantastische Gespräche. Und es ist sehr, sehr bereichernd. Natürlich haben wir neben dem auch die klassischen Mentorbeziehungen und das klassische Coachinging. Das ist ganz klar. Aber in in 1 Zeit, die sich so schnell ändert, ist da 'n ganz großer Wert drin, wenn man in Beziehungsarbeit weiter investiert und von den von von der jungen Schaffenskraft von ganz tollen jungen Menschen profitieren kann.

Speaker 2: Sie sagten das eben im Nebensatz. Wenn man das richtig macht, da würd ich kurz die Nachfrage einhaken. Was sind denn so typische Fehler, die die im Mentoring, grade auch Reverse Mentoring im Zweifel gemacht werden hier und da noch oder wo Sie auch draus gelernt haben? Weil die Umfragen sagen ja, dass es sie durchaus gibt.

Speaker 0: Es ist wichtig, dass man im Mentoring nicht in die in die in diese klassische Rollenhaltung wieder zurückfällt, ja. Das heißt, wir haben zum Beispiel hier mit 7 gearbeitet, das ist eine kleine Boutique, eine Beratung für die Gen-Z, ja. Und die haben mir vorgeschlagen, lass uns doch sonen Fragenkasten machen. Und ich dachte, warum brauchen wir sonen Fragenkasten? Also eigentlich kann man so das, so so schwierig ist es ja nicht.

Und dann haben sie mich überzeugt, dass das eine gute Idee ist und es ist eine gute Idee. Das heißt, da in diesem Fragenkasten sind für die 4 verschiedenen Phasen dieses dieses Projektes Eisbrecherfragen drin. Und wenn man diese zieht und dann auf den Tisch legt, diskutiert man da drüber. Und zwar angefangen von den Erfahrungen des Mentors der jungen Person. Und dann, wenn man sich dem öffnet, dass die ältere, erfahrenere, vielleicht höher im im Level befindliche Person eben nicht die Weisheit mit Löffel gefressen hat, Entschuldigung, wenn ich das mal so deutlich sage, sondern andersrum anfängt, dann entstehen die Gespräche.

Und wie gesagt, die die klassische Rolle ist, die im im Rang höhere Personen weiß es die irgendwie besser. Und das muss man einfach, diese diese Einstellung muss man an der Garderobe abgeben.

Speaker 2: Wenn wir vielleicht die anderen Diversitätskategorien nicht ganz unerwähnt lassen, Geschlechterfairness sozusagen ist es wird besser, aber kommt ja meistens immer so diese Formulierung, Leute ich auch Nadine Kamalander, Professorin an der WHO, die aussah, das tut sich durchaus was im Mittelstand auch. Aber gibt's auch 'n Aber bei Ihnen?

Speaker 0: Wir sind schon ganz, ganz lange an Geschlechtergleichstellung dran. Also in der Zwischenzeit haben wir ungefähr 50 50 über alle Levels. Und das sind Entwicklungen, die viele Jahre und Jahrzehnte natürlich brauchen, bis man so weit ist. Und unser großes Thema heutzutage ist wirklich nicht einfach die zahlenmäßige Gleichstellung, sondern wirklich inklusiv zu sein über über alle möglichen Faktoren. Und warum worum geht es denn da wirklich?

Es geht da drum, dass jeder Mensch, der bei uns arbeitet, sein ganzes selbst mitbringen kann. Und nicht irgendwie 'n Teil zu Hause lassen muss oder morgens verschließt, sondern mit allen Ideen, die da sind, mitwirken kann, sich nicht irgendwo in 8 nehmen muss, weil irgendetwas sozial nicht akzeptiert ist. Und wenn das der Fall ist, hat man einfach viel mehr Energie, Kreativität, Leistungswillen drin und davon davon leben wir. Und warum ist für uns die die Frage von Diversität und Gleichstellung so wichtig? Wir sind ein Konsumgüterunternehmen.

Das bedeutet, dass wir ganz, ganz viele unterschiedliche Menschen, ganz unterschiedliche Haushalte, Lebenssituationen ansprechen. Und das geht einfach viel besser. Das haben wir in vielen, vielen, vielen, vielen Jahrzehnten gelernt, wenn man die Konsument*innen abbildet, ja. Natürlich haben wir unglaublich viele Daten, aber diese Daten zu durchdringen, diese Daten mit Insights zu belegen, das gelingt 1 vielfältigen Belegschaft viel besser.

Speaker 2: Unter der Dusche werden wir alle nass. Das ist gleich nass, das ist klar. Aber tatsächlich hörte ich auch schon davon, dass sie Bedürfnisse von Frauen, Frauen manchmal besser kennen als Männer. Wir hören das ungern, aber das das soll vorkommen.

Speaker 0: Das geht

Speaker 1: Aber es

Speaker 2: geht Alter, es geht alles.

Speaker 0: Das geht alles und das geht überhaupt nicht so einfach. Aber also klar, es ist wichtig, wenn wir Wir entwickeln Rasierer für Männer. Natürlich ist es wichtig, dass dass in diesen Bereichen auch Männer arbeiten. Andersrum, wir haben ganz viel Darmbogene Produkte. Natürlich arbeiten auch Männer mit, aber es macht auch ganz schön viel Sinn, dass auch Frauen in der Entwicklung dabei sind.

Und da könnt könnt ich 1000 Beispiele jetzt aufzählen. Da das erspare ich jetzt an Ihren Zugang, ne.

Speaker 2: Nee, aber Aber

Speaker 0: es macht total viel Sinn, wenn wir über alle Bereiche im Unternehmen gut zusammenarbeiten.

Speaker 2: Auch über alle Bereiche der Diversität. Ich höre immer wieder das Thema Herkunft, regional, sozial und so weiter, ist wirklich noch ausbaufähig in Deutschland. Sie arbeiten an einem sehr internationalen Unternehmen. Sehen Sie das auch so?

Speaker 0: Das ist wichtig, dass auch Herkunft als Diversivitätsfaktor gesehen wird, ja. Für uns heißt das zum Beispiel, dass wir neben den klassischen Wirtschaftshochschulen, wo wir natürlich viele

Speaker 2: viele

Speaker 0: Mitarbeitende auch her rekrutieren, auch an Hochschulen sind, die jetzt mal nicht klassisch im Bereich waren. In Frankfurt zum Beispiel sind wir sind wir sehr aktiv mit der UAS. Das ist das ist früher hat man Fachhochschule dazu gesagt oder Hochschule, heut heißt das. Das ist eine wirklich prima Hochschule mit Studierenden aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Viele Migrationshintergrund, viele kommen aus sozial anderen Herkunftsbereichen, als wenn man an die WHO geht.

Und das ist einfach wichtig, dass man nicht zu eng rekrutiert. Wir brauchen da auch eine sehr, sehr gute Durchmischung und natürlich gehört dazu, grad wir in Schwalbach Grundberg, unserer Zentrale, wo wir 'n großes Forschungszentrum auch haben, haben wir Mitarbeitende aus über 60 Nationen. Das heißt, es ist sehr wichtig, dass wir auch Richtung Herkunft sehr breitgehen. Denn wir wollen Produkte entwickeln natürlich für Deutschland und Österreich, die Schweiz hier, aber natürlich auch für andere Teile Europas und andere Teile der Welt.

Speaker 2: Die Diversitätskriterien sind Teil von ESG, vom SNG sozusagen, in der Nachhaltigkeitskürze sozusagen. Lass uns aber kurz noch auf das e kommen. Kreislaufwirtschaft spielt für Ihre Branche auch eine große Rolle. Wo stehen wir da?

Speaker 0: Wir stehen schon viel weiter, wenn man gemeinhin so denkt, ja. In den letzten 10 Jahren ist wirklich viel passiert. Sind wir am Ende natürlich nicht, aber wo vor wo vor 10 Jahren noch Piloten, also kleine Projekte im kleinen Maßstab gelaufen sind, so ist das heute im Roll out eingeführt oder in der Skalierung. Gibt es noch Themen, an die man arbeiten muss? Natürlich an der Kreislaufwirtschaft denken, dann ist zum Beispiel das Thema, das heißt, die Abfallkriterien, also wie wird aus einem Abfallstoff ein Rohstoff?

Das ist zum Beispiel son Thema 1 meiner Lieblingsthemen, was in Deutschland und der EU noch weiter geregelt werden muss, weil Kreislauf bedeutet, dass eben nicht am Ende 1 Kette 'n Abfallstoff steht, sondern dass wiederum zum neuen Rohstoff definiert werden kann. Das sind also wirklich noch so Themen, die die groß sind, aber in vielen anderen Bereichen sind wir schon echt weiter.

Speaker 2: Sie arbeiten natürlich auch mit Zigtausenden Zulieferern zusammen, viele auch aus Deutschland. Die gehören ja irgendwie alle mit zu diesem Kreislauf auch. Wie ist das mit dem Datenaustausch? Wie ist das mit der Standardisierung? Ist das so, dass wir da schon zufrieden sein können?

Speaker 0: Mit unseren Lieferanten sind wir eigentlich schon sehr weit im Datenaustausch. Und wenn Sie jetzt an Mittelstand denken und an weitere Unternehmen, dann sind natürlich Verbände oder Plattformen zum Beispiel wie die GS 1, ja, ganz, ganz wichtig, wo sich Industrie und Handel zusammenfinden und in 1 kartellrechtlich akzeptierten Art und Weise über Standards sprechen, ja. Das ist ganz wichtig, dass natürlich die in heut in der heutigen Zeit Daten digitalisiert weitergegeben werden, Datenstandards sehr klar sind. Und da kümmert sich die die GS 1 ja vorbildlich da drum.

Speaker 2: In Köln, nicht weit weg von mir. Ich war da auch 'n paarmal zu Besuch. Tolles tolles tolle Organisation. Vielleicht zum Abschluss noch, haben Sie 'n schönes Beispiel, an das man vielleicht nicht unbedingt denkt für die Zusammenarbeit zwischen einem riesen Reprocter und Gamble und dem typischen deutschen Mittelstand.

Speaker 0: Lassen Sie mich mal ein ein Beispiel nennen, was auch gut mit Kreislaufwirtschaft und Verpackungen zusammenhängt, ja? Ich hab ja schon vorhin gesagt, wir wir sind in vielen Bereichen weiter, aber natürlich braucht's noch weitere Recyclingmethoden, damit wir genug hochqualitativ wertvolles PCR, wie man in der Branche sagt, bekommen, ja. Und da haben unsere Entwickler 'n neues Verfahren entwickelt, Polyethylen mit einem physikalischen Recyclingverfahren wieder, ja, gut nutzbar zu machen, ja. Das ist ein ein Verfahren, wo das Rezyklat nicht nur gewaschen wird, sondern mit Lösungsmittel so behandelt wird, dass die nicht gewünschten Stoffe, die nennt man Nias wieder rausgewaschen werden, ja. Vor 2 Jahren waren da unsere weltweiten Forscher auf der KAR unterwegs.

KAR ist die größte Kunststoffmesse in Köln, das haben sie sicherlich wahrscheinlich auch schon behandelt und hatten eigentlich im Kopfrechner ihr Verfahren und sind dann an einen Stand gekommen der der Firma Lindner. Die kommt aus Österreich, Lindner Recycling Tag und dann hat man sich unterhalten und der Forschungsleiter ist dann interessiert in in nach USA geflogen, weil das Labor ist jetzt nicht in Schwalbach gewesen, sondern da war in Cincinnetti. Und dann haben die das vorgeführt und Lindner hat das nachgebaut sozusagen. Und jetzt bei der jetzigen Karte, 2 Jahre später, ist von Lindner Recycling Tech mit Flexloop, dass die Maschine vorgestellt worden, die in einem Recyclingunternehmen modular eingebaut werden kann, das Verfahren jetzt in 'nem großen Maßstab anzuwenden. Das heißt, hier ist ein Mittelständler aus dem DACHaum der weltweite Entwicklungspartner von Proctor und Gamble geworden.

Und das zeigt einfach noch mal, wie wir arbeiten auch mit dem c und d Bereich. C und d steht für Connect and Development. Das heißt, das ist 1 unserer wichtigen Forschungsarten, ist nicht Sachen allein zu machen, sondern mit Partnern und besonders natürlich auch mit Start ups oder auch Mittelständlern zusammenzuarbeiten.

Speaker 2: Ich danke Ihnen und wünsche mir noch viel Glück weiter auf diesem Weg.

Speaker 0: Vielen Dank Ihnen. Vielen Dank, Herr Giersch.

Speaker 2: Und auch Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, danke fürs Dabeisein. Ich sag wie immer, bleiben Sie gesund und erfolgreich. Bis zum nächsten Mal. Tschüs.

Speaker 1: Das war Markt und Mittelstand, der Podcast.

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