Venture Building im Mittelstand mit Tempo und Richtung
Shownotes
Wie baut ein traditionsreiches Schwergewicht wie die Haufe Group systematisch einen vierten Geschäftsbereich auf? In dieser Folge von Markt und Mittelstand gibt Jasper Roll, Geschäftsführer von Haufe Group Ventures, tiefe Einblicke in die Welt des Corporate Venture Buildings und Start-up-Investments.
Entgegen der landläufigen Meinung ist mangelnder Wille zur Digitalisierung im Mittelstand selten das Problem; vielmehr sind es strukturelle Hürden und fehlende Rahmenbedingungen, die Innovationen bremsen. Roll beschreibt den Venture-Arm als strategisches Werkzeug, das mit kleinen, agilen Teams und hoher Geschwindigkeit neue Lösungen direkt am Schmerzpunkt der Kunden entwickelt – von der automatisierten Visa-Abwicklung für Fachkräfte bis hin zu digitalen Service-Produkten.
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Die Kernthemen des Gesprächs:
Venture Building vs. Investment: Wie Haufe sowohl als Firmenschmiede als auch als Finanzinvestor (Pre-Seed & Seed) agiert und welche harten KPIs wie Umsatz und Marge dabei zählen.
Pragmatismus vor Perfektion: Warum 70/30-Lösungen oft besser sind als das Warten auf das perfekte Produkt und wie man durch iteratives Testen Hypothesen validiert, bevor Kapital verbrannt wird.
Fehlerkultur und Selektion: Einblicke in den „Realitätscheck“ – warum Haufe zehn Ideen verwirft, um eine erfolgreiche Lösung wie Intalento in den Markt zu bringen.
Symbiose der Stärken: Warum die gewachsenen Strukturen des Mittelstandes und die Agilität von Start-ups kein Widerspruch sind, sondern sich bei gegenseitiger Wertschätzung ideal befruchten.
Eine Folge für alle Unternehmer und Entscheider, die wissen wollen, wie man Innovation messbar macht und die eigene Firma breiter für die Zukunft aufstellt.
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Transkript anzeigen
Speaker 0: Man sieht natürlich immer die Beispiele, wo's funktioniert, weil über die wird viel geschrieben, klar, aber es gibt genug Start ups, die 7, 8 Jahre gebraucht haben, überhaupt rauszufinden, mit welcher Lösung sie jetzt welches Problem lösen und wenn es dann mal funktioniert, dann Geld bekommen haben. Und ja, dafür braucht's Geduld, dafür braucht's aber gleichzeitig auch sehr iterativ und sehr schnell dieses Ausprobieren, dieses Validieren von Hypothesen. Immer wieder das zu hinterfragen, löse ich da wirklich 'n Problem, gibt's da 'n Markt für und wird für die Lösung nachher auch bezahlt.
Speaker 1: Markt und Mittelstand, der Podcast. Deutschlands Stimme für Familienunternehmen. Aktuelles und Zukunftsthemen rund den Motor der deutschen Wirtschaft. Mit Thorsten Giersch.
Speaker 2: Wer den Namen Haufe hört, denkt natürlich an Weiterbildung und solche Themen, aber Haufe hat auch einen Arm namens Haufe Group Ventures. Und die stehen dafür, dass Mittelstandskooperation
Speaker 1: real werden. Das hat viel mit Gründung zu
Speaker 2: tun, mit dem, real werden. Das hat viel mit Gründung zu tun, mit dem wunderbaren Begriff Venture Building und darüber sprechen wir heute. Das ist nah dran am Mittelstand. Klingt futuristisch, ist es zum Teil auch, aber man kann sehr viel lernen über Innovationen, die laut der These meines heutigen Gastes im Mittelstand selten am Willen scheitern, sondern eher an strukturellen Themen. Sprechen wir drüber mit Jasper Roll.
Er ist Geschäftsführer von Haufe Group Ventures und mir jetzt zugeschaltet. Hallo Jasper, ich grüße dich.
Speaker 0: Ah, freut mich, hier zu sagen.
Speaker 2: Vielleicht mal ganz kurz, Haufe ist ein wahnsinnig bekannter Name. Haufe Group Ventures, vielleicht nicht allen, so ganz klar, was ihr genau macht. Was ist das?
Speaker 0: Ja, wir sind mit der Haufe Group Ventures im Grunde der Ventureabend der Haufe Group. Wir haben ja innerhalb der Group 3 große Geschäftsbereiche. Das eine ist, dass wir das Contentgeschäft haben, wo wir wirklich viel Arbeit, Steuerrecht und viele andere Themen aufbereiten und dann in verschiedene Softwarelösungen auch gießen. Wir haben mit der HAVER Akademie Antwort und Weiterbildung eben im b-two-b-Umfeld, so im Grunde alles, was man machen kann und Lexware dann der dritte große Geschäftsbereich. Und wir mit der HAVER Group Ventures versuchen, mal ganz platt gesagt, den vierten Geschäftsbereich aufzubauen, also im ersten Schritt mal zu finden, dann zu bauen und dann zu skalieren.
Auf der einen Seite, indem wir versuchen, selber neue Themen zu bauen und auf der anderen Seite, indem wir auch in Start ups mittlerweile investieren.
Speaker 2: Was versprecht ihr euch davon? Also warum sozusagen der Aufwand?
Speaker 0: Ja, das ist immer 'n großes Wort, wenn man dann über Zukunftssicherung spricht. Aber am Ende des Tages, die Haufwuchs Group ist so erfolgreich, gut funktionieren, aber natürlich in der in der Summe der Teile dann sehr spannend ist. Und 'n vierten Geschäftsbereich aufzumachen ist, glaub ich, für keine Firma 'n Fehler, sich einfach breiter aufzustellen. Und genau das versuchen wir eben auch, neben dem Bestandsgeschäft neues Geschäft aufzubauen. Wir haben eine eine lange Geschichte von, wie sich die Haufergruppe Group und die einzelnen Geschäftsbereiche immer wieder selbst innoviert haben.
Und jetzt versuchen wir eben zusätzlich zu dem, was wir ohnehin schon sehr gut können, auch noch 'n neues Thema zu finden, was für die Haufe Group spannend sein kann.
Speaker 2: Ich glaub, wer diesen Podcast verfolgt über 200 Folgen jetzt, der hat 3, 4, 5, 6 Mal schon wen von der Haufe Group hier gehört. Christian Staiger bei Lexware natürlich, so was wie E-Rechnung und vieles, vieles andere. Wahnsinnig spannend für den Mittelstand, aber auch das, was ihr tut, betrifft im guten Sinne natürlich auch 'n Stück weit den den Mittelstand, oder?
Speaker 0: Im besten Falle. Also wir auf der Bild Seite versuchen wir natürlich Lösungen zu bauen, die auch wieder für den Mittelstand Probleme lösen, ähnlich wie wir's im Kerngeschäft natürlich auch schon tun. Das ist unsere größte Stärke, dass wir Dinge da anfassen, wo sie wehtun und dann eben für andere Firmen lösen. Also klassisch wirklich Corporate Service Produkte auch bauen. Das wollen wir im Venturearm genauso tun.
Und das Zweite ist schon son bisschen, wir sehen uns son bisschen als Vorbild ist zu viel, aber wir versuchen natürlich auch nach außen zu tragen, was wir da tun. Weil wir schon der Meinung sind, dass für den Mittelstand das 'n gutes Werkzeug sein kann, sich einfach breiter für die Zukunft darauf zu stellen.
Speaker 2: Ich hab 'n Zitat von dir, Tempo ist kein Fortschritt, wenn man in die falsche Richtung läuft. So, was was folgt daraus und was meinst Du damit?
Speaker 0: Ja, es wird in diesem, Innovation ist vielleicht auch das falsche Wort, aber in diesem Business Development Umfeld, wo man einfach Dinge versucht zu machen, da wird schon auch mal schnell einfach irgendwie losgelegt, schnell mal was gemacht. Und ich bin großer Fan davon, einfach mal loszulegen. Das halte ich für ganz, ganz wichtig. Aber nur, weil man dann Geld drauf wirft und sich damit Geschwindigkeit kauft, dann heißt das nicht zwingend, dass es dann wirklich auch substanziell Bestand hat, ob das eine Lösung ist, ob das irgendwie auch Start up Investments sind, ob das irgendwie eine andere strategische Ausrichtung ist. Ich halte es für ganz, ganz wichtig, überhaupt was zu machen in die Richtung, aber es muss trotz allem wohl überlegt sein.
Natürlich ist Geschwindigkeit, Pragmatismus gehört dazu, das ist, glaub ich, superwichtig. Aber ja, man muss schon schauen, warum man es auch macht und in welche Richtung man damit gehen möchte.
Speaker 2: Okay, das sagt sich manchmal wahrscheinlich 'n bisschen leichter, als es dann im Alltag aussieht. Aber was sind denn so eure KPIs, wie ihr am Ende des Tages ja auch vielleicht Start ups auswählt oder Kooperationen auswählt und und sagt, gibt's so 3 Kategorien auf keinen Fall, auf jeden Fall und mal gucken?
Speaker 0: Ja, ich glaub, da muss man die 2 Sachen trennen. Auf der Investmentseite ist es, glaub ich, ziemlich klar, da agieren wir im Grunde wie 'n Finanzinvestor, wie 'n Venture Capitalist auch, wo wir klar KPIs haben, was wir an Rendite erwarten, wie wir auch Teams auswählen. Wir investieren da sehr prüfphasig, das heißt in in sogenannten Pre Seed- und Seedrunden. Das bedeutet, die Firmen sind so von der von der Teamgröße 5 bis 15 Leute vielleicht. Da sind erste Umsätze da, aber es ist überschaubar, weil manche Companies sind schon 'n 'n Stück weiter und da schauen wir sehr genau auf das Team.
Also trauen wir denen wirklich zu, eine Firma aufzubauen? Und im zweiten Schritt schauen wir natürlich schon auch, passt das Geschäftsmodell, ist der Markt irgendwie relevant? Wird da wirklich 'n Problem gelöst? Bekommen die Marketing und Vertrieb hin und viele andere Dinge auch? Und wir sind aber eben Finanzinvestor, wir haben eine strategische Komponente.
Ich glaub, wenn man ausm Mittelstand kommt und anfängt zu investieren, dann hat man das immer, weil man einfach andere Hebel, andere Assets auch mit an den Tisch bringt, wie's 'n wie's 'n reiner Venture Capitalist macht. Ich glaub, das ist ganz wichtig, aber am Ende müssen wir damit natürlich auch Geld verdienen. Und auf der Bild Seite, wo wir wirklich selber versuchen Geschäft und am Ende auch 'n Geschäftsbereich zu bauen, da gibt's dann eine Größe beziehungsweise im Grunde 2, das ist Umsatz und nachher Marge, so, was wir damit generieren wollen. Natürlich braucht es Zeit, es ist nichts, was von heute auf morgen passiert, aber am Ende des Tages ist das, was zählt.
Speaker 2: Wie, na ja, können vielleicht mittelständische Betriebe von, ich sag mal, der Klarheit, von der Methodik her, der der Venture Studios, also mit Early Bird haben wir hier ja auch schon gesprochen, das sind relativ klare Mechanismen, die die schießen selten daneben auch bei der Auswahl und bei der, sagen wir mal, Priorisierung von von von jungen Firmen, wenn man jetzt in eine Kooperation mit. Auch viele Mittelständler überlegen sich das ja, wie kann ich mit Start ups in irgend 'ner Art und Weise kooperieren, vielleicht ganz am Ende auch kaufen. Glaubst Du, dass man da was lernen kann voneinander? Aber weshalb sagt die Mittelständler auch von euch, ganz klar?
Speaker 0: Ja. Ich glaub, auf jeden Fall. Also was wir ja sind, beziehungsweise was son klassischer Venture haben, ist, besteht im oder kann im Grunde aus 3 Teilen bestehen. Das eine ist eben, selber Dinge zu bauen. Das kann in sonem Set-up sein, wie wir das tun.
Das kann übern Inkubator sein oder es gibt noch ein, 2 andere Modelle. Es gibt die Variante, wirklich erst mal nur mit Start ups zu kooperieren. Also nur in Anführungsstrichen, ist da schon auch Aufwand natürlich mit dabei, aber wo man versucht, selber Probleme zu lösen, indem man sie mit einem Start-up gemeinsam löst. Und der dritte Schritt dann eben zu investieren oder zu kaufen, das sind so die 3 klassischen Themenfelder, die man machen kann. Und wir sind im Grunde ja nur ein Werkzeug, wie wir uns als Haufe gut breiter aufstellen wollen.
Natürlich inwiefern wir auch im im im Bestandsgeschäft, die machen ganz viele Dinge in verschiedene Richtungen und aber son Venturearm kann das zusätzlich noch befruchten. Wir sehen extrem viele Märkte, extrem viele Themen und extrem viel smarte Teams auf der Investmentseite. Das schauen wir uns mehrere 100 Firmen pro Jahr an, je nach je nach Teamgröße, die wir auch haben. Und auf der Bildseite versuchen wir natürlich immer wieder neue Dinge zu bauen, wiederholbar, extrem pragmatisch, mit kleinen Teams, nach hohen Geschwindigkeit und nach hohen Agilität. Und ich glaube, das befruchtet sich dann schon auch gegenseitig, dass man sagt, wie gehen wir denn son Problemlösungsthema an?
Wir arbeiten da sehr hypothesengetrieben, passen da schnell an, wenn wir Dinge im Markt auch sehen. Wir sprechen sehr schnell mit potenziellen Kunden, mit dem potenziellen Markt und versuchen immer wieder zu iterieren und die Lösung anzupassen. Und ich glaube schon, dass man davon auch im Bestandsgeschäft natürlich lernen kann. Das sind unterschiedliche Stärken, wie wir da haben. Das Bestandsgeschäft sichert natürlich schon auch das Überleben der Firma und muss sich aufs Tagesgeschäft konzentrieren, während es immer wieder Themen vorantreibt.
Und wir haben son bisschen, sag mal, 'n freieren Gestaltungsspielraum, wo wir uns bewegen können. Und ich glaub, beide Seiten können voneinander extrem viel lernen.
Speaker 2: Im weitesten Sinne ist Haufe ja auch fast wie 'n Familienunternehmen sozusagen und hat dieselben Themen, die Du ganz am Anfang auch beschrieben hast, Zukunftssicherung als großes Schlagwort. Wenn Du jetzt die Innovationsfähigkeit des Mittelstandes siehst, die Geschwindigkeit der Transformation und da gibt's ja Stimmen, die sagen, das könnt schneller sein. Ist das der Wille oder sind strukturelle Themen, Dinge so anzugehen, wie ihr das macht, wie Du's grade beschrieben hast?
Speaker 0: Ja. Das ist auf keinen Fall der Wille. Ich, also ich würde schon auch unterschreiben, dass man da 'n Tick schneller werden könnte, ja, insbesondere auch bei Digitalisierungsthemen. Aber es ist, ich würde meine Hand dafür ins Feuer legen, in in jedem Mittelständler, in jeder Firma gibt's Menschen, die auch Themen vorantreiben wollen, wollen, die gerne vielleicht auch son Projekt übernehmen möchten oder 'n Schritt digitaler werden wollen, aber vielleicht nicht die Mittel haben oder nicht das Backing bekommen, was es dann braucht, so was auch umzusetzen. Das muss nicht immer der Blick nach draußen sein.
Das hilft natürlich manchmal auch, wenn man schaut, was machen denn andere? Und das draußen sein. Das hilft natürlich manchmal auch, wenn man schaut, was machen denn andere oder man holt sich eine Agentur ins Haus, aber ich glaube, dass das ganz, ganz oft dieses Wissen und dann eben auch der Wille eigentlich schon da ist. Man muss den nur finden und dann auch enablen. Und das hat oft damit zu tun, dass es natürlich auch von oben runter dann gepusht werden muss und da Leute auch 'n 'n Rahmen bekommen müssen, in dem sie sich bewegen können, dann dann Sachen nach vorne zu bringen und dadrüber kriegt man dann auch wieder Geschwindigkeit.
Es müssen nicht immer Riesenprojekte sein. Das ist, was ich vorhin auch meinte, so erste Schritte gehen, einfach kleinere Dinge angehen. Es muss auch nicht perfekt sein, ja. Da ist häufig 80 20 oder bei uns auch mal gerne 70 30 ist dann schon ausreichend, ja. Aber das ist eine Hemmschwelle für viele, weil sie's natürlich nicht gewohnt sind.
Speaker 2: Es muss nicht perfekt sein, ist 'n gutes Stichwort. Das will ich mal tiefer legen, weil das hört man natürlich irgendwie oft. Aber heißt das, übersetzt, einige ziehen die Skalierung zu schnell vor und sprechen darüber zu schnell, anstatt erst mal vielleicht zu sehen, ich hab das Problem auch der Kunden am Ende richtig verstanden. Ich hab eine Hypothese aufgestellt. Ich teste sie, validiere sie und das geht vielleicht auch 2 oder 3 mal Pingpong mit 'n bisschen Geduld zweifellos.
Ist oder skalieren wir immer zu schnell, weil doch irgendwie die Kohle immer juckt? Oder vielleicht auch Start ups 'n bisschen ungeduldiger sind, als sie sein sollten. Kann ja auch mal passieren.
Speaker 0: Ja. Ich glaub, was man auf der Start up Seite, also was wir auf der Messbeseite schon immer auch sehen, das wird da häufig vergessen, da geht schon auch viel Zeit ins Land, bis die wirklich 'n Problem gelöst haben und dann die Lösung auch wirklich passend ist, bevor man dann Geld drauf wirft und in eine Skalierung geht. Man sieht natürlich immer die Beispiele, wo's funktioniert, weil über die wird viel geschrieben, klar. Aber es gibt genug Start ups, die 7, 8 Jahre gebraucht haben, überhaupt rauszufinden, mit welcher Lösung sie jetzt welches Problem lösen und wenn das dann mal funktioniert, dann Geld bekommen ab. Und ich glaube, wenn man das übersetzt, auch das, was wir im Building Bereich machen, wir haben jetzt ein Produkt am Markt mit Intetelento, da geht's Visum, Abwicklung für Fachkräfte aus Trittstaaten, auch 'n super spannendes Thema, weil natürlich weiterhin einfach Fachkräfte fehlen und das 'n spannender Kanal ist.
Aber bevor wir dieses Thema gebaut haben, bevor wir das an den Markt gebracht haben, hatten wir auch schon Pilotkunden. Das ist eine, einfach zu validieren, ja, der Markt ist da, da ist auch eine Zahlungsbereitschaft da, das Problem ist wirklich da. Und was vielleicht viel wichtiger ist, bevor wir das an den Markt gebracht haben und dieses Thema, also das Problem mit der Lösung überhaupt gefunden haben, haben wir knapp 10 andere Sachen uns angeschaut und alle irgendwann weggeworfen und gesagt, die sind superspannend, da ist irgendwie 'n Problem, aber wir haben jetzt, entweder ist das Problem nicht groß genug oder die Lösung, die wir uns da überlegt haben, war nicht passend. Und ich glaube, das ist ganz, ganz wichtig, weil da einfach viel im Hintergrund passiert, was man nicht sieht, sondern häufig nur die Beispiele, die dann funktionieren. Ja, dafür braucht's Geduld, dafür braucht's aber gleichzeitig auch sehr iterativ und sehr schnell dieses Ausprobieren, dieses Validieren von Hypothesen, immer wieder sich zu hinterfragen, lös ich da wirklich 'n Problem, gibt's da 'n Markt für und wird für die Lösung nachher auch bezahlt?
Speaker 2: Kannst Du mal ein Beispiel nennen, was für, na ja, Produkte bei euch dann am Ende dabei rauskommen?
Speaker 0: Ja, also in Talento im ist das eine. Da haben wir im Grunde 'n Softwareprodukt gebaut, wo wir uns, also wo wir im Grunde die Visa Abwicklung machen für Fachkräfteaustritt starten und da möglichst viele Schritte automatisieren. Das ist einfach 'n sehr, sehr langwieriger Prozess, wo man auch viel mit Ämtern und Behörden zu tun hat. Das kann man sich dann vorstellen, das ist jetzt nicht das Schönste der Welt. Und wir haben uns beispielsweise auch mal beschäftigt, haben wir später dann verworfen, fairerweise.
Aber wir haben uns damit beschäftigt, eine Datenschutzlösung wirklich für Kleinstunternehmen zu bauen, relativ einfach zu schauen, hey, bin ich datenschutzkonform unterwegs? Passt eigentlich alles, was ich hier so tue? Das haben wir dann irgendwann verworfen, weil's schon auch so ist, dass in dem Umfeld, also je kleiner die Firmen werden, ist Datenschutz zwar mal ein Thema. Das wird dann kurzfristig gelöst mit irgendwie 'nem Cookie Banner auf der Webseite und wegen mir noch mal die AGBs angepasst, aber da ist dann irgendwo eine Grenze, wie viel Bedarf da wirklich da ist. Und dann haben wir eben viel mit der Zielgruppe gesprochen und haben dann irgendwann gesagt, ja, da würden sich alle freuen, wenn's gelöst wird, aber es ist nicht so groß, dass da wirklich eine Zahlungsbereitschaft für da ist.
Speaker 2: Interessant, ne. Das ist der Realitätscheck zu einem Zeitpunkt, bevor bevor es zu spät ist, oder? Genau, ja. Gutes Thema. Glaubst Du, dass Geld genug da ist in Deutschland, junge Firmen voranzubringen, Lösungen, wie ihr sie treibt, voranzubringen oder gibt's andere Hürden hierzulande?
Speaker 0: Nee, es ist, also es gibt andere Hürden, das vorwegzunehmen, aber es ist genug Geld da. Man sieht es auch, es kamen uns letztens wieder neue Zahlen raus, dass zwar die Anzahl der Deals 'n 'n Stück weit gesunken ist, also auf der Investmentseite, aber das Volumen gestiegen. Und es ist mehr als genug Geld im Markt. Es ist nur selektiver geworden in Richtung Start up Investments, weil einfach auch geschaut wird, hey, welche Teams lösen denn wirklich 'n Problem, was am Markt dann ankommt? Also gleiche Kerbe, wo ist wirklich Zahlungsbereitschaft da, wo wo wird am Kern was angegangen, für das Unternehmen bereit sind oder was im Grunde Unternehmen auch besser macht?
Also Geld ist selektiver, aber es ist wirklich genug da. Es ist einfach nicht mehr so wie in 20 20 oder 20 21, wo man mit irgendeiner Idee und 5 Folien noch irgendwie Funding bekommen hat, was grundsätzlich schon auch gut ist. Auf der anderen Seite ist es auch 'n Stück weit dezentraler geworden. Und das wiederum, glaub ich, ist für Mittelstand sehr interessant, weil wir haben natürlich die großen Herbst. Es gibt Berlin und München, klar, es gibt auch 'n Stück weit in Köln oder in Hamburg passieren viele Dinge, auch in Leipzig.
Aber es sind ganz, ganz viele Start ups, die mittlerweile, neben Freiburg, wo wir auch sitzen mit dem Paradebeispiel Black Forest Labs, die hier in der Region gründen, weil's viel, viel einfacher auch geworden ist, Talente, Geld, aber auch die Kontakte in den Mittelstand rein, in die Firmen rein, auch hier in anderen Regionen aufzubauen. Und ich glaub, es gibt weiterhin 'n paar Hürden. Es ist weiterhin stigmatisiert, wenn wenn Start ups mal nicht funktionieren. Es wird weiterhin son bisschen stigmatisiert, dass viele Gründen des Gründen Willens und nicht, wirklich Probleme zu lösen. Und ich glaube, dass häufig auch dieses, ja immer so 2 Meinungen, Start ups sind sehr chaotisch und extrem schnell und da passieren viele Dinge, die aber nicht nachhaltig sind.
Und auf der anderen Seite wird über den Mittelstand dann gesprochen und gesagt, ja, der ist nicht digitalisierungsfähig und sehr langsam. Und was vergessen wird, ist, dass ja beide Seiten massiv ihre Stärken haben. Der Mittelstand schafft es, substanziell Geschäft zu bauen, Probleme zu lösen, immer weiter zu wachsen, sich selber zu innovieren. Und auf der anderen Seite hast Du Start ups, die völlig frei neue Themen eingehen können, neue Dinge ausprobieren können, natürlich dann auch schneller sind, weil da sind auch keine gewachsenen Strukturen, die irgendwie mitgedacht werden müssen, die im Mittelstand natürlich superwichtig sind. Und beides kann sich extrem gut befruchten, wenn man, und das ist, glaub ich, der wichtigste Punkt, wenn man auf Augenhöhe miteinander spricht und eben nicht diese Vorurteile gegeneinander aufwiegt, sondern wirklich schaut, wie kann ich denn gegenseitig voneinander profitieren?
Speaker 2: Wunderbares Schlusswort. Jasper, vielen Dank für den Talk heute. Wir sehen uns in Bälde, im Frühjahr wahrscheinlich, auf der nächsten Veranstaltung. Danke dir.
Speaker 0: Perfekt, danke dir.
Speaker 2: Und auch Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, vielen Dank. Ich sag für immer, bleiben Sie gesund und erfolgreich. Bis zum nächsten Mal.
Speaker 1: Das war Markt und Mittelstand, der Podcast.
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