Mehr als Transport: Warum Logistik zum strategischen Partner wird
Shownotes
Loxxess ist ein klassischer Mittelständler – und zugleich ein hochdigitalisiertes Logistik- und IT-Unternehmen mit 3.000 Mitarbeitenden in drei Ländern. CEO Ingo Brauckmann, erster familienfremder Chef des Unternehmens, gibt Einblicke in eine Branche, die weit mehr ist als Lkw und Lagerhalle. Im Zentrum des Gesprächs stehen zwei große Transformationstreiber: Automatisierung und Künstliche Intelligenz.
Besonders spannend ist der Blick in die Pharmalogistik. Wenn Medikamente zur richtigen Zeit beim Patienten ankommen müssen, geht es um weit mehr als Effizienz – es geht um Versorgungssicherheit. Brauckmann erklärt, wie hochautomatisierte Lager, spezialisierte IT-Systeme und pharmazeutisches Fachpersonal zusammenspielen, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen und zugleich Kosten zu senken.
Zugleich wird deutlich: Logistiker werden zunehmend zu Beratern, etwa wenn internationale Pharmaunternehmen den deutschen Markt erschließen wollen. Und auch intern verändert sich viel – von Robotik im Lager bis zum KI-Einsatz in administrativen Prozessen. Warum Transparenz gegenüber Mitarbeitenden dabei entscheidend ist und weshalb der Faktor Mensch trotz aller Technik unverzichtbar bleibt, darüber spricht Brauckmann in dieser Folge.
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Speaker 0: Letztes Jahr war es, wo wo einmal der Fiebersaft für Kinder ein bisschen knapp wurde und dann sind die Leute schon alle nach Holland gefahren und man haben die dort gekauft. Und so was darf natürlich nicht passieren. Also wir müssen da unseren Beitrag leisten, dass wir Versorgungssicherheit herstellen. Und über allem schwebt aber auch noch 'n wahnsinniger Kursdruck. Und wir optimieren jetzt im Pharmabereich genauso wie in in anderen Bereichen auch.
Und das macht das Ganze interessant, aber auch recht komplex.
Speaker 1: Markt und Mittelstand. Der Podcast. Deutschlands Stimme für Familienunternehmen. Aktuelles und Zukunftsthemen rund den Motor der deutschen Wirtschaft. Mit Thorsten Giersch.
Speaker 2: Ich freu mich jetzt sehr auf meinen heutigen Gast. Ingo Brauckmann ist CEO von LogSess, einem Unternehmen aus der Logistikbranche, wenn man es denn immer so kategorisieren will, das sehr spannend ist, wie ich finde, von dem man viel lernen kann. Und zwar geht es natürlich das Thema Transformation. Da hat sich technologisch wahnsinnig viel geändert bei diesem Unternehmen und daraus kann man, glaub ich, einiges ableiten, was Kunden dann auch merken, wie es mit den Mitarbeitern funktioniert hat, was Automatisierung konkret heißt, neuer Standort. Und im Zweifel sprechen wir auch darüber, wie sich Branchen verändern und die Kunden dort.
Ganz konkret hier die Pharmabranche. Klar, da sind die Logistikaufwände natürlich besonders groß und wenn man dann auch noch neue Kunden im Ausland akquirieren will, wird man als Logistiker auch ganz schnell zum Beratungsunternehmen. Und wie das alles war und ich glaub, davon kann man wirklich viel lernen, das erklärt uns jetzt Ingo Brauckmann. Grüße Sie, hallo.
Speaker 0: Guten Morgen, Herr Giersch. Grüße Sie.
Speaker 2: Was macht, damit mal zu beginnen, Logzessive genau Logistikbranche hab ich schon gesagt, aber das ist ja natürlich 'n weites Feld.
Speaker 0: Ja, Logzessive ist son typisches Familienunternehmen, welches sich eben auf Logistik spezialisiert hat. Wir sind also so klassisch mittelständisch geprägt, sind aber mittlerweile in 3 Ländern aktiv, in Deutschland, Tschechien, Polen, haben dort insgesamt so circa 25 Standorte. 1 kommt jetzt dazu, deshalb sag ich circa, haben 3000 Mitarbeiter und sind eben, wie gesagt, auf Lagerlogistik spezialisiert, vor allem in den Kundensegmenten Pharma- und Healthcare und E-Commerce, also klassisch Versandhandel. Und haben dort ein wirklich spannendes Kundenportfolio hin vom vom großen Konzern über 'nem großen Drogeriemarkt bis hin zu ganz kleinen Kunden, Start ups und natürlich auch viel Mittelstand.
Speaker 2: Und Sie auch der, ist 'n Familienunternehmen noch zur Ergänzung und Sie sind der erste familienfremde CEO. Das hab ich, glaub ich, richtig in Erinnerung, oder?
Speaker 0: Richtig, genau, genau. Und ich bin jetzt gute zweieinhalb Jahre dort und ja, macht immer noch riesig viel Spaß.
Speaker 2: Mit viel mit Transformation natürlich auch viel Unternehmen. Also welche technologischen Entwicklungen gab es denn, vor allem jetzt auch in den letzten 2, 3 Jahren, wo Sie jetzt auch dabei sind, auf die, na ja, die ihnen auch manchmal, ich will nicht sagen, schlaflose Nächte gemacht haben, aber die einfach wichtig waren?
Speaker 0: Ja. Ich mein, das ist son bisschen, wenn ich doch son bisschen mehr aushole, also wir hängen natürlich stark auch an den technologischen Entwicklungen, die im Markt passieren. Also der der Onlinehandel war für uns 'n ganz gewaltiger Schritt. Also wir sind heute sowohl im Pharmabereich als auch eben im E-Commerce sind wir sehr, sehr stark im Onlinehandel aktiv. Und das hat uns, glaub ich, sehr geprägt.
Aber dann von innen heraus gibt's eigentlich 2 großen Themenfelder. Das ist einmal IT und Digitalisierung und das andere ist Automatisierung. Also die IT ist fürn Kontraktlogistik, also weil wir eben viel Lagerhaltung machen, enorm wichtig. Und wir haben dort schon von Beginn, also Access gibt's jetzt gute 27 Jahre, von Beginn an eben eigene IT Systeme entwickelt und die entwickeln wir weiter. Und das wird jetzt eben grade durch KI extrem spannend, weil man dann nicht nur die Entwicklung einfacher machen kann, weil wir eben dann teilweise über KI auch programmieren, aber auch KI in einigen Geschäftsprozessen einsetzen.
Und dazu eben die Automatisierung, das ist für uns extrem wichtig, weil wie in vielen anderen Branchen auch wird's immer schwieriger, Leute zu bekommen. Und gleichzeitig eben gibt's seitens der Kunden und Klienten, die wir haben, großen Kostendruck. Und deshalb müssen wir eben automatisieren, also schon teilweise Förderstrecken automatisieren oder auch Roboter einsetzen im im Unternehmen. Und das sind so die 2 wesentlichen Dinge, die uns beschäftigen. Schlaflose Nächte würd ich jetzt nicht sagen, aber man muss schon sehr wachsam sein.
Speaker 2: Logistik ist mehr als Lkw fahren, definitiv. Fast schon IT Unternehmen und also IT- und Logistikunternehmen ist wahrscheinlich präzise, sagen wir?
Speaker 0: Absolut, absolut. Also wir haben, unsere IT Organisationen sind knapp 100 Leute. Und wir haben einen Teil, also wir haben eigene Systeme, die wir entwickelt haben. Wir haben dort auch mal mit 'nem Systemhaus zusammengearbeitet, haben dann das System, also das Lagerverwaltungssystem selber übernommen und weiterentwickelt. Was wir allerdings heute nicht machen, wir arbeiten ausschließlich für Logzessive mit unserer IT.
Wir bieten die Leistung noch nicht extern an, einfach weil der Bedarf so riesengroß ist, den wir bei uns haben, dass wir das noch nicht machen. Das könnte irgendwann mal interessant werden, aber aktuell nicht angedacht. Aber absolut richtig. Wir sind wie 'n kleines IT Unternehmen
Speaker 2: Ja, das hatten wir ja neulich hier im Podcast auch mit Possehl, 'n 7000000000 Unternehmen sozusagen, mit vielen Töchtern, die den Weg dann gegangen sind. Aber kommen wir zurück zu Ihnen auf jeden Fall. Also sagen Sie mal vielleicht 'n Beispiel dafür, wenn wir immer so von Automatisierung zum Beispiel reden. Also was wird da wie wie automatisiert? Können Sie 'n Beispiel nennen?
Speaker 0: Ja, also das das eine Beispiel, was ich nennen kann, ist, dass wir machen für eine große Drogeriemarktkette machen wir die Logistik an einem unserer Standorte. Und dort sind die Mengen dann spätestens durch Corona so durchs Dach gegangen, also wirklich so so gewachsen, dass wir das nicht mehr abarbeiten konnten. Und dann haben wir eben jetzt vor dreieinhalb Jahren eine sehr automatisierte Anlage eingeführt, wo eben zum Beispiel der der Pick von kleinen Teilen schon automatisiert ist. Und aktuell haben wir 'n sehr spannendes Projekt im Pharmabereich. Wir öffnen jetzt im September in diesen Jahres, also September 20 26 einen Standort im Süden von Hamburg in Nenndorf Rosengarten, der vermutlich, also zumindest in Deutschland müsste das so der, 1 der am meisten automatisierte Pharmastandorte sein.
Da haben wir 10000 Quadratmeter und haben nicht nur 'n automatisiertes Schmalganglager, sondern auch son automatisiertes Cube Storage System. Und jetzt sind wahrscheinlich nicht alle Hörer hier, Experten auch in der Logistik und wissen, was 'n Cubesolcher ist. Das kann man sich vorstellen wie son wie son, also wie so ein ein ein ein Gestell aus Aluminiumprofilen, was aufgebaut ist. Und dort werden in unserem Falle 14400 Behälter gelagert. Und wenn man jetzt genau an den einen Behälter da hinten rechts in der dritten Etage, vierte Reihe links muss, dann holt ein Roboter den raus und dann pickt man eben dann aus diesem aus diesem Store.
Und das ist insofern ganz interessant, weil meines Wissens nach ist das auch der erste, so nennt sich das System, was dann auch eine Pharmazzulassung hat. Weil das ist das Besondere an der Pharma, egal, was sie machen im IT System oder auch eben in automatisierten Systemen im Lager, Das muss eben alles den Behörden vorgestellt werden und auch abgenommen werden, dass da keine Fehler entstehen.
Speaker 2: Und was ist Ihr, da bleiben wir kurz beim Thema Pharma, weil's natürlich wirklich eine wahnsinnig spannende Branche ist. Was ist da Ihr USP? Also wie kann man das das Problem beschreiben, dass man mal eben bei den Behörden was abnehmen? Ist ja nicht so einfach, nehm ich an.
Speaker 0: Absolut. Ja, die die Pharma ist also wirklich 'n extrem interessanter Markt, weil es ganz viele Facetten hat. Und das Wichtigste, was man eben immer bedenken muss, wir nennen bei uns die Unternehmen, die mit uns Verträge haben, das sind für uns die Klienten. Und wir liefern im Auftrage der Klienten an die Kunden, die waren. Das machen wir jetzt, also wir nennen auch in anderen Geschäftsbereichen unsere direkten Geschäftspartner Klienten.
Und in der Pharma ist das aber so, dass eben diese Kunden, also die Endkunden, die das Produkt bekommen, das sind ja in der Regel Patienten. Also die sie müssen sicherstellen, dass der Patient das richtige Medikament und vor allen Dingen auch zur richtigen Zeit bekommt. Und das kann manchmal auch wirklich lebensrettend sein. Wir haben jetzt grade fürn fürn Test mit der Uni Köln war's 'n Medikament für für den Fettstoffwechsel, der bei 1 Person nicht gut funktionierte. Und wir mussten sicherstellen, dass dieses dieses Medikament wirklich, was in der Erprobung ist, sehr, sehr schnell zu zu dem Patienten kommt.
Und das haben wir geschafft. Also sie müssen sehr flexibel sein und immer den den Endkunden, also den Patienten im Auge haben. Deshalb ist es übrigens auch so stark reguliert. Also ich ich bin kein Freund von Überregulierung, aber bei der Pharma macht's wirklich Sinn, weil man eben 100 Prozent sicherstellen muss, dass da keine Produktverwechslungen passieren, weil die könnten fatale Wirkungen haben. Darüber hinaus ist es natürlich auch so, also neben der Regulatorik ist es aber trotzdem auch so, dass sie eine große Geschwindigkeit haben müssen.
Also wenn ein Medikament dringend gebraucht wird, teilweise Zytostatika, teilweise auch andere Medikamente, dann müssen sie sicherstellen, dass sie so schnell wie möglich und vor allen Dingen zur vereinbarten Zeit bei dem bei dem Patienten oder an dem Punkt eben, wo sie benötigt werden, ankommen. Und das alles dient ja auch dazu da, dass wir sone Versorgungssicherheit darstellen. Es gab, glaub ich, letztes Jahr war's, wo wo einmal so so so der Fiebersaft für Kinder ein bisschen knapp wurde. Und dann sind die Leute schon alle nach Holland gefahren und haben Armin dort gekauft. Und so was darf natürlich nicht passieren.
Also wir müssen da unseren Beitrag leisten, dass wir Versorgungssicherheit herstellen. Und über allem schwebt aber auch noch 'n wahnsinniger Kostendruck. Also die Pharmaindustrie galt immer als eine Branche, wo hohe Margen waren und wo man nicht so auf den letzten Cent geguckt hat. Das hat sich aber stark geändert und wir optimieren jetzt im Pharmabereich genauso wie in in anderen Bereichen auch. Und das macht das Ganze interessant, aber auch recht komplex.
Speaker 2: Ja, sag ich als Vater in der Jugendtochter auch. Der Fiebersaft muss aber erst mal in Deutschland entweder produziert werden oder hier rechtzeitig ankommen, können Sie auch nix machen, ne. Aber das ist 'n anderes Thema.
Speaker 0: Absolut, ja. Und das ist eben son Punkt, auch grad in der in der Pharmaindustrie. Also wir waren jetzt Ende letzten Jahres auf 'ner großen Messe in Frankfurt. Wenn man sich das anschaut, also es ist schon leider so, dass nur noch wenige Hersteller aus Deutschland kommen. Also man sieht eben viel China, Indien, aber auch Brasilien und so.
Und das ist natürlich was, was man mal hinterfragen muss im im Sinne des Gesundheitssystems, aber was natürlich uns als Logistiker erst mal freut. Und was wir als Logcess da auch, glaub ich, ganz gut machen, ist eben für grade kleine Kunden in Deutschland, aber auch außerhalb Deutschlands, die jetzt auf den deutschen Markt wollen, dass wir eben sonen Full Service anbieten, dass eben alles für die machen. Also wir können die Ware importieren, wir können sie verzollen, wir können sie dann lagern, wir können sie auch distribieren. Und wenn der Kunde will, können wir auch noch den Kundenservice machen. Und das ist so, weil sie gefragt haben, was ist der USP?
Da sind wir schon recht weit vorne, weil wir ganz viel Apotheker bei uns Mediziner haben, die für Lokcess arbeiten, die also da wirklich auch den Kunden gut betreuen können.
Speaker 2: Und mit den deutschen Behörden will ja und kann ja auch nicht jeder, der ausm Ausland hier Geschäfte machen will, vom ersten Tag an super umgehen. Also irgendwie, jetzt haben wir schon gesagt, das Logistik oder nehmen wir zum IT Unternehmen und jetzt dann noch 'n bisschen zum Consultant platt gesagt?
Speaker 0: Absolut, absolut. Also da ist so, grade wenn ein Unternehmen von von außen nach Deutschland kommt, ja, wir alle können ChatGPT, man kann sich da schnell einlesen und und versteht die Region. Wenn's stimmt,
Speaker 2: was da steht.
Speaker 0: Genau, wenn's stimmt. Erstens, das muss überprüft werden. Und zweitens, das ist dann schon noch mit der Regierungsbehörde in Oberfranken oder in Oberbayern zu handeln, gewisse Dinge durchzubekommen. Da muss man schon auch son Fingerspitzengefühl haben. Heißt nicht, dass die Leute da nicht 'n guten Job machen, sondern es ist eben so, jeder legt son bisschen an Wert auf was anderes.
Und die Regierungsbehörden in den unterschiedlichen Ländern in Deutschland machen's teilweise auch 'n bisschen unterschiedlich. Und dabei können wir, glaub ich, helfen, weil wir eben das schon lange machen.
Speaker 2: Trotzdem auch, wir haben ja Podcast gehabt mit Pharmabranche viel drüber gesprochen, vieles Ländersache. Ob das dem den Gesundheitsstandard Deutschland guttut, kann man drüber reden. Und aber es ist eine wachsende Branche. Also wir haben ja eine Regierung, die zum ersten Mal die Pharmaindustrie als Leitbranche betitelt hat im aktuellen Koalitionsvertrag. Für Sie wahrscheinlich gar nicht schlecht, dass Sie als eine Ihrer 2, 3 großen Branchen halt auch dann eben auf eine Leitbranche jetzt gesetzt haben, oder?
Speaker 0: Absolut, absolut. Deshalb also, ich hab's eingangs gesagt, Lokcess hat 'n recht gesundes, also passt jetzt auch in dem Zusammenhang, 'n gesundes und wirklich spannendes Kundenportfolio, wo eben eine Vielzahl an wirklich auch tollen Pharmaunternehmen dabei sind. Und das ist gut, Pharma wächst, Pharma hilft den Menschen, dass es ihnen besser geht. Und es kommt leider ja auch so ein Punkt bisschen mehr in den in den Vordergrund. Und das ist die, eben die Versorgungssicherheit.
Da haben wir grad eben schon drüber gesprochen mit dem Fieber für Kinder. Aber man stelle sich mal vor, es gäb wirklich mal eine Kriegssituation und eine kriegsähnliche Situation in in Deutschland. Auch das muss vorbereitet werden, dass dann die Medikamente nicht knapp werden. Und da gibt's auch grad viele drüber machen. Und da spielen wir natürlich auch als Logistiker eine große Rolle, die wir eigentlich so nicht spielen wollen.
Aber ich glaube, es ist richtig, sich damit auseinanderzusetzen.
Speaker 2: Spannender Punkt. Also viele machen sich auch Gedanken, wer fährt eigentlich noch Lkw? Wenn wenn okay, aber puff, ja, komplexes, komplexes Thema. Ich glaub, das schaffen wir heut nicht auch noch. Auch 'n bisschen noch, wir hatten ja schon über Automatisierung gesprochen, über über Prozessveränderung, auch durch durch künstliche Intelligenz und andere Sachen.
Wie blicken Sie auf diese Diskussion, wenn dann sofort irgendwie die Keule kommt? Na ja, wie Sie, bei Amazon kennen wir das auch. Wie geht's denn den Beschäftigten dann in diesen großen Logistikhallen, wenn viel Automatisierung passiert ist? Ist das etwas, wie gehen Sie da auch mit Ihrer Belegschaft Wie wie diskutieren Sie das? Sind die Ängste da groß?
Wie kann man das beschreiben? Wie läuft das bei Ihnen?
Speaker 0: Ja, ich mein, generell bei Logcess haben wir jetzt, haben haben unsere Leute nicht nicht nicht große Angst davor. Also und wir gehen mit dem Thema auch recht offen dass wir sagen eben, wir müssen wir müssen uns so was anschauen. Wir müssen auch in Richtung Mehr Automatisierung gehen, eben auch, das Wachstum für die Zukunft sichern zu können. Und die Standorte wissen ja auch, dass teilweise eben es schwer ist. Also die Leute, die an den Standorten sind, wissen ja auch, dass es schwer ist, neue neue Kollegen zu bekommen.
Und wir haben eigentlich bisher immer festgestellt, also wenn man die Leute vernünftig mitnimmt, auch erklärt, was man da tut und warum man's tut und was man vorhat, also also offen und ehrlich kommuniziert, dann ist das auch kein Problem, dann sind die Leute dabei. Also ich ich hab's vorhin gesagt, an unserem Standort für eine große deutsche Drogerieerkette haben wir auch eine große Automatisierung eingeführt. Allerdings war das Wachstum so groß, dass es gar nicht zu 'ner Personalabbau, sondern im Gegenteil sogar dazu noch zum Personalaufbau geführt hat. Das ist dann natürlich gut. Wenn wir an einigen Standorten mal 'n bisschen rationalisieren müssen, dann passt das meistens, also weil wir das über natürliche Fluktuation erledigen können.
Also Leute, die sowieso in Ruhestand gehen uns. Also bisher muss ich sagen, machen wir das ganz gut. Aber ich glaube, die wichtigste Botschaft ist nie, nie, nie, absolut nie die eigenen Leute für dumm verkaufen und irgendwas erzählen, sondern wirklich komplett transparent sagen, wir arbeiten an den Ideen, das soll das und das verändern. Und dann machen die meisten auch mit.
Speaker 2: Was glauben Sie, was die nächsten Ideen sind? Also wenn man noch mal kurz 'n bisschen nach vorne schauen, was wird Ihre Branche, Ihr Unternehmen auch grade technologisch prozessual begeistern und beschäftigen in den nächsten Quartalen?
Speaker 0: Ja, es ist wirklich das so. Also jetzt für uns der der neue Standort in Nendorff, der also jetzt für uns auch in der, in dem grade der Automatisierung wirklich auch 'n ordentlicher Schritt ist, weil wir da auch gleichzeitig 'n neues IT System testen und einführen. Also das ist für uns 'n großer Punkt, von dem wir hoffen, viel lernen zu können. Weil ich hab vorhin diesen geschrieben, da hoffen wir und planen dann, wenn's erfolgreich war, wovon ich mal ausgehe, dass wir den an einigen anderen Standorten einsetzen. Also der der eine Punkt ist Automatisierung.
Und das ist meistens gar nicht so fancy mit KI und und und ganz tollen Sachen, sondern da gibt's schon am Markt viel etablierten Dinge, die wir implementieren können. Aber darüber hinaus ist natürlich das Thema KI für uns faszinierend, auch im Adminbereich, wie wir eben Rechnungen, das KI erstellen, dass wir einige andere Prozesse dann auch verschlanken und automatisieren darüber. Aber dann ist ja auch immer son bisschen der Punkt, Sie haben vorhin gesagt, kann man ChatGPT trauen, wenn man wenn man fragt? Und so muss man auch eben schauen, kann man der KI trauen, dass alles richtig ist? Das heißt, der Faktor Mensch, den können Sie da nie rausnehmen, weil zumindest muss 1 kontrollieren.
Und grad auch im Pharmabereich natürlich, das da muss am Ende oftmals noch 'n Apotheker drüber schauen und zumindest mal die Prozesse abnehmen. Also damit beschäftigen wir uns.
Speaker 2: Ingo Brautmas, CEO von LogSESS. Vielen, vielen Dank.
Speaker 0: Prima, absolut. Vielen Dank, Herr Gilsch. Und das Wichtigste ist, gesund bleiben. Also hoffen wir, dass wir alle gesund bleiben. Danke.
Speaker 2: Und auch Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, vielen Dank fürs Dabeisein. Ich sage wie immer, auch wenn's jetzt irgendwie besonders klingt, bleiben Sie gesund und erfolgreich. Tschüs, bis zum nächsten Mal.
Speaker 1: Das war Markt und Mittelstand, der Podcast.
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